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Stadt kündigt Bürgerhaus-Pächterehepaar

Artikel vom 24.01.2012 - 11.00 Uhr

Stadt kündigt Bürgerhaus-Pächterehepaar

Niddatal-Bönstadt (har/hed). Die Saison der »Wissegickel« hat noch gar nicht richtig begonnen, schon gibt es den ersten Knaller: Die Stadt hat dem Pächterehepaar der Bürgerhaus-Gaststätte gekündigt.

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Geschlossen: die »Schlemmerstube« im Bürgerhaus. (Fotos: har)
Wie Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel auf Nachfrage mitteilte, hätten »finanzielle Rückstände der Pächter« die Stadt gezwungen, den Vertrag zu kündigen. Nun müssen die Mitglieder des Gesangvereins Germania selbst einspringen und für die Bewirtung der Gäste bei den drei ausverkauften Sitzungen sorgen.

Seit März 2008 hatte das Pächterehepaar deutsche und jugoslawische Speisen in ihrer Bürgerhaus-Gaststätte »Schlemmerstube« angeboten. Nun wird die erst kürzlich neu gestaltete Terrasse wieder leer bleiben: Der Magistrat hat den Vertrag gekündigt. Laut Bürgermeister Hertel gab es im Pachtvertrag den Passus, nach dem eine Kündigung möglich ist, wenn die Miete länger als zwei Monate nicht gezahlt wird. Dieser Zeitraum sei deutlich überschritten worden. Der Eindruck, die Gaststätte sei gar nicht so schlecht gelaufen, habe scheinbar getäuscht. »Es war ein Saisongeschäft. Es gab wohl auch Monate, in denen es miserabel lief«, mutmaßt Hertel.

Am Dienstag ereilte die »Wissegickel«, die Karnevalisten des Gesangvereins Germania, die Mitteilung: Die »Schlemmerstube« bleibt bis auf Weiteres geschlossen ist, wie auch auf einem Schild am Eingang zu lesen ist. Da war guter Rat teuer, denn am Sonntag sollte die erste Kindersitzung stattfinden. Innerhalb von nur drei Tagen gelang es der »Wissegickel«-Vorsitzenden Jutta Tarant, von der Stadt die Erlaubnis zu erhalten, für die gesamte närrische Kampagne die Bewirtung in Eigenregie durchführen zu dürfen. »Ich war mit den Nerven fast am Ende, doch wir haben es geschafft«, meinte Tarant am Sonntagnachmittag kurz vor der Sitzung. Bei der bedienten Vereinsmitglieder die Besucher, Germania-Vorsitzender Ortland Krenz stand an der kurzfristig für die Saison ausgeliehenen Brezelmaschine, und mit Kaffee und Kuchen war fürs leibliche Wohl gesorgt. Der Gaststättenbereich konnte am Sonntag noch nicht genutzt werden. Bei den Kostümsitzungen aber soll dies der Fall sein, so dass auch warme Speisen und Salate angeboten werden können. »Unsere Mitglieder haben Gesundheitsausweise. Aber wir haben auch Bedienungen angestellt, da fast alle Vereinsmitglieder in die Sitzungen eingebunden sind«, berichtet Tarant. Sie habe bei der Stadt nachgefragt, jedoch keine Begründung für die Kündigung erhalten. »Ich habe die Wirtin am Dienstag getroffen. Da hat sie mir nur gesagt, dass es ihr sehr leid tut«, erzählt eine Bönstädterin.

Tarant hat zusammen mit ihrer Stellvertreterin Tanja Schreitz einen Flyer verfasst, der während der Veranstaltungen auf den Tischen ausliegen wird und im Großformat im Eingangsbereich als Plakat hängt. Darin bittet man die Besucher um Nachsicht »falls mal etwas nicht so klappt, wie man es gewohnt war«.

Mit dem Verlauf der ersten Veranstaltung in Eigenregie waren jedenfalls Aktive und Besucher gleichermaßen zufrieden. »Es hat prima geklappt« freute sich Tarant und ist sich sicher, dass dies auch bei den drei ausverkauften Kostümsitzungen und allen anderen Veranstaltungen der Fall sein wird.

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