Ohne Jugendleiter will der VfR-Vorsitzende nicht weitermachen
Niddatal-Ilbenstadt
(udo). Da bei der ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins für Rasensport (VfR) im Vereinshaus am Mittwoch kein kompletter Vorstand gebildet werden konnte, wird es Kürze zu einer außerordentlichen Sitzung kommen.
Reinhold Wolfinger gratuliert vor der Vereinsfahne Heinrich »Heiner« Roth (r.), der dem VfR seit 50 Jahren angehört. (Foto: udo)
Der bisherige Chef Reinhold Wolfinger war zunächst zwar von seiner Ankündigung vom Herbst, nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen, abgerückt. Er machte sein Weiterwirken jedoch davon abhängig, dass am Abend ein kompletter Vorstand gebildet werden könnte. Für den ersten Jugendleiter Uwe Unterstab, der nach seiner zehnjährigen engagierten Tätigkeit zurücktrat, wurde allerdings kein Ersatz gefunden.
Vielfach wurde für ein Jugendleiterteam, das aus Thomas Steppan, Martin Klein und Wolfgang Dittrich bestehen könnte, plädiert. Diesem müsste jedoch ein erster Leiter vorstehen, der an den Vorstandssitzungen teilzunehmen und das Gremium nach außen zu repräsentieren hätte Und der wurde an diesem Abend nicht gefunden. Mehrere Personen wurden angesprochen, doch alle lehnten ab. Damit kam auch eine Neuwahl des 1. Vorsitzenden nicht zustande.
Wolfinger bedauerte das Ausscheiden Unterstabs. Er selber habe für das Amt des Kreisfußballwarts nicht kandidiert. Für eine Wiederwahl zum VfR-Chef stehe er jedoch nur mit einem kompletten Vorstand zur Verfügung. Daher beantrage er, bei der Sitzung die Wahl des ersten Jugendleiters vorzuziehen. Da sich kein Kandidat fand, blieb Wahlleiter Thomas Nau nichts übrig, als die Wahl abzubrechen.
Am Ende der Sitzung teilte Wolfinger mit, nach einer Änderung der Vereinsordnung werde neuerdings nicht mehr jedes Mitglied nach 50 Jahren automatisch zum Ehrenmitglied ernannt. Solche Ehrungen erfolgten nun nur noch nach besonderem Verdienst. Erstes »Opfer« dieser Neuregelung wurde Heinrich Roth, der dem VfR am 1. Januar 1962 im Alter von zwölf Jahren beitrat und dafür jetzt die goldene Nadel erhielt. Wie Wolfinger ausführte, fing »Heiner« Roth unter Heinz Gerlach in der C-Jugend an. Er war acht Jahre aktiv und erzielte viele Tore, bevor er von 1970 an für Bischofsheim in der Hessenliga kickte. Roth ist als langjähriger Vorsitzender der KSG Bönstadt bekannt und wirkt dort noch heute als Schiedsrichter.
Wolfinger blickte in seinem Bericht auf die Veranstaltungen eines »arbeitsreichen Jahres« zurück. Unter anderem seien die erste Faschingsdisco und die »Karibische Nacht« Erfolge gewesen. Bei den Ehrungen und der Weihnachtsfeier hätten sich jedoch kaum passive Mitglieder blicken lassen, was nicht sehr motivierend sei. Die Altersstruktur im Verein mit einen 290 Mitgliedern sei breit gestreut, doch werde die Jugend in den kommenden Jahren wohl nicht mehr in der Lage sein, die Senioren zu unterstützen. Die Beitragserhöhung habe entgegen aller Befürchtungen nicht zu erheblichen Austritten geführt. Das Vereinshaus werde noch bis Aprilvon der Betreuungsschule beim Mittagessen genutzt. Die Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen werde intensiviert, die Kooperation mit dem Turnverein laufe gut, meinte Wolfinger. Auch die Kreisschiedsrichter seien bei ihren Tagungen dort gerne präsent. Das Ziel, die Abteilungen des Vereins einander näherzubringen, sei nur zum Teil erreicht worden. Die Ausbildung von Juniorenspielern müsse gefördert werden.