GSS-Schüler zeigen Ausstellung über die »Weiße Rose«
Niddatal-Assenheim (udo). Es ist gute Tradition der Geschwister-Scholl-Schule (GSS), dass sich ihre Schüler mit den Namensgebern und der Bedeutung des Widerstands gegen den Nationalsozialismus beschäftigen. Von den Früchten dieser Auseinandersetzung können sich Besucher jetzt im Foyer der Stadtverwaltung Niddatals überzeugen.
Klassensprecher Dennis Piper (r.) hat bei der Arbeit an der Ausstellung viel Neues erfahren, berichtet er auch Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel.
Zum Gedenktag für die Geschwister Hans und Sophie Scholl informieren die GSS-Schüler bis zum Freitag, 5. März, im Rathaus über das Wirken der Widerstandskämpfer sowie ihrer Gruppe »Die Weiße Rose«. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung besucht werden und wird an den Dienstag- und Donnerstagnachmittagen von Schülern begleitet, die für Erklärungen bereitstehen. Unter anderem sind Fotografien und Flugblätter zu sehen.
Bei der Eröffnung am Montag sprach Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel Grußworte. Außerdem waren Katrin Röhrig, Lehrerin im Vorbereitungsdienst, Sascha Mehnert als stellvertretender Schulsprecher sowie Dennis Piper als Repräsentant der Klasse 9 Ra mit Wortbeiträgen präsent. Die Schüler stellten in einzelnen Gruppen den jeweiligen Teil der Schau vor, den sie vorbereitet hatten.
In Gegenwart von Schulleiter Axel Roth, der Lehrer Thomas Lummitsch und Michael Körner sowie mehrerer Besucher führte Röhrig ins Thema ein. »Wo andere wegschauten, haben Hans und Sophie Scholl gehandelt.« Ihre Flugblätter würden unter anderem auf die sich abzeichnende Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg hinweisen. Die »Weiße Rose« habe Werte gefordert, die uns heute selbstverständlich erschienen. Mehnert bezeichnete die Geschwister Scholl als »Vertreter des anständigen Deutschlands«. Sie hätten dazu angeregt, Widerstand zu leisten.
Bürgermeister Hertel hofft, dass sich die Kooperation zwischen Schule und Kommune fortsetzen wird. Es sei begrüßenswert, dass sich Schüler heute Gedanken über den Nationalsozialismus machten.
Die im Rathaus zu sehenden Exponate informieren beispielsweise über das liberale Elternhaus der Geschwister. Sophie und Hans Scholl verließen früh die Hitlerjugend und fanden den Weg vom Nationalsozialismus zum Widerstand. Auch erfährt man, dass es der Uni-Hausmeister war, der die Gruppe beim Verteilen ihrer Flugblätter erwischt und an die Gestapo verraten hatte.
Nacheinander stellten die Schüler die Mitglieder der »Weißen Rose« vor. Sie beschäftigten sich auch mit der Gestapo, der SA, der SS sowie der Wehrmacht und kamen auch auf Roland Freisler zu sprechen, der als Präsident des sogenannten Volksgerichtshofs damals Tausende Todesurteile verkündet hatte. Abschluss der Schülerpräsentation war das Nachspielen einer Gerichtsszene anhand von Originaldokumenten, in der auch Freislers Gebrüll authentisch wiedergegeben wurde.
Klassensprecher Dennis Piper betonte, während der Auseinandersetzung mit dem Thema viel Neues erfahren zu haben. Er stellte Auszüge aus dem Schulprogramm vor, das das Eintreten gegen Diskriminierung, Intoleranz und Rassismus vorsieht. Eine kleine Broschüre informiert über die wichtigsten Inhalte der Ausstellung.