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1935 mit zwei Schubkarren und zehn Schaufeln gestartet

Artikel vom 16.08.2010 - 13.00 Uhr

1935 mit zwei Schubkarren und zehn Schaufeln gestartet

Niddatal-Kaichen (udo). Vor genau 75 Jahren, am 16. August 1935, gründete Wilhelm Senzel in Friedberg seine Pflaster- und Straßenbaufirma. Seine Nachfolger Walter und Jörg Senzel feiern in diesem Jahr das Jubiläum und laden für Freitag, 10. September, zu einem Tag der offenen Tür ein.
Noch immer dabei: Seit 1956 ist Dampfwalze »Anita« im Einsatz.
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Noch immer dabei: Seit 1956 ist Dampfwalze »Anita« im Einsatz.
In Kaichen, wo das Unternehmen mittlerweile sitzt, wird auch Dampfwalze »Anita« zu sehen sein, die seit 1956 für die Firma Senzel rollt.


Heute werden 30 Mitarbeiter beschäftigt, von denen viele von ehemaligen Konkurrenzbetrieben übernommen wurden. Derzeit werden zwei junge Leute ausgebildet. Die Tätigkeitsfelder der Tiefbaufirma sind der kommunale Straßenbau, die Herstellung von Verkehrsflächen für Industriebetriebe, private Außenanlagen und Hausanschlüsse. Geschäftsführer Jörg Senzel, der die Leitung des Unternehmens im 1996 von seinem Vater Walter übernommen hatte, sieht eine besonders schöne Aufgabe im Bau von repräsentativen Plätzen in alten Ortskernen. »Sie werten das Ortsbild auf und laden die Menschen zur Begegnung ein«, sagt der Diplom-Ingenieur

Probleme sieht Senzel im starken Konkurrenzdruck, der überwiegend durch große Bauunternehmen ausgeübt werde, sowie im Preiskampf. In den 90er Jahren habe sich durch den Ausbau im Osten die wirtschaftliche Situation verschlechtert. »Die meisten Straßenbauunternehmen in der Region gaben damals auf oder gingen in Insolvenz. Mehrere größere Baufirmen stellten den Straßenbau ein.«

Spezialisiert hat sich die Firma Senzel auf den bituminösen Straßenbau. Sie baut Asphaltbeläge auch für andere Baufirmen ein und vermietet Straßenfertiger. Eine wichtige Aufgabe ist die Modernisierung des Betriebs. Deshalb wird im entstehenden Gewerbegebiet auch der Bauhof erweitert. Walter Senzel erinnert daran, dass zur Zeit der Firmengründung die Straßenbauarbeiten hauptsächlich von Hand ausgeführt wurden. Für den Transport von Aushub und Material wurden Pferdefuhrwerke benutzt. Von einer Firma in Nieder-Eschbach konnte eine Dampfwalze ausgeliehen werden. In der Gründungszeit wurden Ortsdurchfahrten mit Kleinpflaster angelegt, Kanäle und Wasserleitungen verlegt, Landstraßen verbreitert und erneuert. »Die Oberflächen der Straßen wurden damals meist aus einer wassergebundenen Decke hergestellt.«

Walter Senzel weist darauf hin, dass sein Vater Wilhelm gerne von seiner ersten Arbeit im Jahr 1935 erzählte, der Verbreiterung der Straße von Nieder-Mörlen nach Nieder-Weisel. »Hier wurde links und rechts der Straße ein 50 Zentimeter breiter Streifen aus Großpflaster hergestellt.« Damals waren acht Leute beschäftigt. Der Firmenbestand: zwei Schubkarren, zehn Schaufeln und zehn Pickel. Die Firma Senzel betrieb mehrere Steinbrüche, so den in Rinderbügen bei Büdingen und den zwischen Heegheim und Rodenbach. Gepachtet wurden auch die Steinbrüche in Nieder-Florstadt und Assenheim.

Mit der Währungsreform endete 1948 die Naturalienwirtschaft der Nachkriegszeit. Bis dahin wurde, wenn beispielsweise die Bepflasterung eines Bauernhofs anstand, mit Schweinen, Gänsen und Enten bezahlt. Der 1956 angeschafften Straßenwalze »Anita« folgte 1957 der erste Hublader und 1960 die erste Laderaupe. Im Grunde reichen die Ursprünge der Firma sogar noch weiter als 75 Jahre zurück, da bereits um 1900 Friedrich Wilhelm Senzel einen Steinbruch in Bingenheim und den bei Heegheim betrieb. 1947 wurde diese Vorgängerfirma abgemeldet. (Fotos: udo)

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Artikel vom 16.08.2010 - 13.00 Uhr
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