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Zum Tresor statt aufs Klo: 111 000 Euro geklaut

Artikel vom 16.02.2010 - 19.52 Uhr

Zum Tresor statt aufs Klo: 111 000 Euro geklaut

Nidda (ti). Weil er gemeinsam mit seiner Freundin eine Postfiliale in Nidda um 111 000 Euro erleichtert haben soll, muss sich ein 32-Jähriger seit gestern vor der Siebten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Diebstahl vor. Zum Prozessauftakt machte der Angeklagte keine Angaben. Es sind drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil wird Anfang März erwartet.
Staatsanwalt Mike Hahn geht davon aus, dass der 32-Jährige seine Partnerin, eine ehemalige Angestellte jener Filiale, zu der Tat gedrängt hatte. Am 22. Juli 2008 habe sich eine Gelegenheit ergeben, da der Chef die Schlüssel im Tresor stecken ließ. Die Angestellte nahm Kontakt zu ihrem Freund auf, der die Flucht vorbereitete. Sie habe vorgegeben aufs Klo zu gehen, 11 000 Euro Wechselgeld aus der Kasse genommen und sich weitere 100 000 Euro aus dem Tresor geschnappt. Als sie die Filiale verließ, wartete der Angeklagte laut Hahn bereits mit dem Auto auf sie. Die Beute soll an einen Dritten übergeben worden sein, der das Geld ins Kosovo gebracht habe - das Heimatland des Angeklagten. Auch das Paar setzte sich dorthin ab. Für den 32-Jährigen jedoch endete die Flucht im Dezember 2008. Er wurde festgenommen. Laut Angaben der Freundin, die wegen des Diebstahls bereits verurteilt wurde und eine zweieinhalbjährige Haftstrafe absitzt, hatten die beiden vor der Tat bereits einen Raubversuch unternommen. Die Idee sei gewesen, nachts in die Post einzusteigen, allerdings mit Hilfe eines Komplizen. Der sollte sich laut der 28-Jährigen die Hände schmutzig machen und dafür einen Teil der Beute bekommen. »Danach wollten wir verschwinden«, so die Zeugin. Doch »der Kerl« habe kalte Füße bekommen und sich unmittelbar vor dem Überfall aus dem Staub gemacht. Danach sei klar gewesen, »dass wir das anders machen müssen«.

Kennengelernt hatten sich die beiden nach Angaben der 28-Jährigen rund zwei Monate vor der Tat am Postschalter. Sofort hätten sie Telefonnummern ausgetauscht und über ein Treffen gesprochen. Schnell entwickelte sich eine intime Beziehung. »Er hat mir von Anfang an gut gefallen«, sagte die Zeugin.

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Artikel vom 16.02.2010 - 19.52 Uhr
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