Es könne nicht sein, so Quitter, dass die Lokführer der Hessischen Landesbahn für die gleiche Arbeit jährlich 8000 Euro weniger verdienten als die Kollegen der DBRegio. Ein Lokführer dürfe im Schichtdienst nicht so gering verdienen, dass er zusätzlich zum Lohn noch Hartz IV in Anspruch nehmen müsse, ergänzte Quitter.
Abschließend betonte er, dass die Tarifverhandlungen noch nicht begonnen hätten. Die Streiks dienten derzeit dazu, die Arbeitgeber überhaupt erst an den Verhandlungstisch zu zwingen, sie hätten bisher noch keinerlei Angebote unterbreitet.
Unversöhnlich klingt es auch aus der Pressemitteilung der Gegenseite: Mit der Gewerkschaft Verdi habe man gerade am Montag einen neuen Entgelttarifvertrag ausgehandelt, der den HLB-Beschäftigteen gut 2 Prozent mehr bringe. Veit Salzmann, Geschäftsführer der Hessischen Landesbahn: »Wie der Abschluss zeigt, sind wir durchaus bereit, über höhere Entgelte zu verhandeln.« Die GDL wolle hingegen unbedingt einen eigenen, nur für Lokführer gültigen Tarifvertrag. Das lehne jedoch die HLB ab, da im Konzern weitere Berufsgruppen (beispielsweise Busfahrer) zu berücksichtigen seien.
Salzmanns Kollege Peter Runge, Geschäftsführer der ebenfalls bestreikten Vectus, die im Raum Limburg verkehrt: »Wir bedauern, dass Gewerkschaftskonflikte auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden. Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Fahrgäste in der Kälte stehen gelassen werden. Leider informiert die GDL nicht frühzeitig über anstehende Streiks, um Fahrgästen Alternativen nennen zu können.«