Rust/Nidda (csi). Die 23-jährige Sina Ruppel aus Nidda-Unterschmitten stand am Samstagabend auf dem Laufsteg der 22 schönsten Frauen Deutschlands. Als Miss Hessen vertrat sie ihr Bundesland im Finale zur Miss-Germany-Wahl im Europapark Rust vor den Kameras von über 250 Medienvertretern, den Augen einer prominenten Jury und einem Publikum von über 2000 Zuschauern.
Sina Ruppel (Mitte) präsentiert sich mit ihren Konkurrentinnen der Jury. (Foto: csi)
Darunter waren auch ihre Familie und ihr Freund. Zwar wurde am Ende die Berlinerin Anne Julia Hagen zur Miss Germany 2010 gekürt, aber für Sinas Eltern und Freunde war die Blondine dennoch die Größte. Sie schlossen sie nach der Wahl stolz in ihre Arme.
Ruppel ließ in diesem Moment einige Tränen fließen: teilweise aus Enttäuschung, vor allem aber aus Erleichterung, wieder ihre Lieben umarmen zu können. Drei Wochen »Missen-Camp«, Auftritte und Foto-Shootings lagen hinter den 22 Kandidatinnen. Unabhängig von dem Ausgang der Wahl zeigte sich Ruppel unmittelbar vor ihrem Auftritt sicher, dass sie die Erfahrungen der Fotoshootings von Makadi Bay in Ägypten weitergebracht hätten. Teilweise mussten die Missen um halb fünf morgens in die Maske, damit ein Shooting pünktlich um sechs Uhr beginnen konnte. »Das verlangt schon ziemlich viel Disziplin«, sagte sie. Aber ohne »Zickenkrieg« sei das alles auszuhalten gewesen. »Wir 22 Finalistinnen sind dadurch ein Team geworden«, erklärte die junge Frau.
In der Heimat fieberten Ruppels Eltern mit. Über den heißen Draht (SMS und Telefon) gab es Aufmunterung. Sinas Mutter, Sabine Ruppel, war es auch, die ihre Tochter zur Teilnahme an der Wahl zur Miss Gießen überredet hatte, nachdem sie ein Werbeplakat dafür gesehen hatte. So kam eins zum anderen, bis die 23-Jährige im Januar in Fulda zur Miss Hessen gekürt wurde. Anlass genug für die Kollegen der Bankkauffrau an der Sparkasse Hanau eine Zeitungsanzeige zur Gratulation zu schalten. »Ich war überrascht, wie durchweg positiv mein ganzes Umfeld reagiert hat,« sagte die amtierende Miss Hessen. Regional und überregional war sie in den Medien, während der letzten drei Wochen sogar sehr häufig in Fernsehinterviews zu sehen. »Da stand zuhause bei meinen Eltern in Underschmitten das Telefon nicht mehr still, so viele Leute haben das gesehen und wollten gratulieren,« erzählte sie.
Aber nicht nur der Umgang mit den Medien war eine der neuen Erfahrungen. Auch das Einstudieren einer Choreographie war für sie neu. Obwohl Ruppel selbst meint, sie tanze gern, hätten doch nach drei Tagen Bühnenproben in hohen Schuhen ihre Füße geschmerzt. Dafür aber stellte sich bei Ruppel die Selbstsicherheit ein, sich im großen Moment nicht mehr allzu sehr auf die einzelnen Schritte konzentrieren zu müssen, sondern »der Jury ein strahlendes Lächeln zeigen und ganz ich selbst sein zu können«.
Eine Stunde vor dem Auftritt war sie ganz gelassen, schließlich stimmten auch die Voraussetzungen. Den Kandidatinnen wurden nämlich Abendkleider angepasst und geschenkt. Bei der Auslosung der Reihenfolge, in der sich die Teilnehmerinnen ein Kleid aussuchen durften, hatte Sina Ruppel Glück, eine der ersten Nummern zu ziehen. So konnte sie ein beeindruckend-schönes blaugrünes Abendkleid wählen.