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Jochen Hieber erhält Verdienstorden

Artikel vom 28.05.2010 - 18.52 Uhr

Jochen Hieber erhält Verdienstorden

Nidda-Bad Salzhausen (ema). Eine ungewöhnliche Verleihung des Hessischen Verdienstordens am Bande erlebten die Gäste gestern Mittag im Parksaal: Ausgezeichnet wurde der Publizist und Literaturkritiker Jochen Hieber - und sein Wunsch fürs Protokoll hatte Gehör gefunden: Literarische Texte verbanden die Ansprachen.
Ausgezeichnet: Jochen Hieber (links) mit Ehefrau Dr. Cordelia Borchardt und Minister Jörg-Uwe Hahn.	(Foto: Maresch)
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Ausgezeichnet: Jochen Hieber (links) mit Ehefrau Dr. Cordelia Borchardt und Minister Jörg-Uwe Hahn. (Foto: Maresch)
Noch vor der Begrüßung durch Niddas Bürgermeister sprach Karl Dietrich (KD) Wolff, zusammen mit Hieber im Herausgeberteam der Frankfurter Hölderlin-Faksimile-Ausgabe, das Fragment des Dichters »Der Gang aufs Land«. Zahlreiche Freunde und Weggefährten Hiebers spendeten Beifall.

Hessens stellvertretender Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn hob die Bedeutung des Verdienstordens als Ehrung für berufliches wie ehrenamtliches Werk hervor. Ein wenig spiegelte sich auch die Vita Hiebers in seinen Worten. Hahn erinnerte an den Abiturienten von 1970 mit dem Berufsziel Literaturkritiker, den jungen Germanisten, der noch während des Studiums bei der »Zeit« und der »Süddeutschen Zeitung«, beim NDR und beim Deutschlandfunk mitarbeitete, ehe ihn Marcel Reich-Ranicki 1983 zur FAZ holte.

Daneben saß er in Jurys, gab Bestsellerlisten für Hörbücher heraus, veröffentlichte literaturkritische Aufsätze. Nicht zu vergessen die Moderation des »Weimarer Salons« im Fernsehen und die 17 Jahre »Nidda literarisch« mit 100 Abenden vor über 25 000 Gästen.

Auch Hiebers Brückenschlag zwischen Fußball und Kultur vor der WM 2006 und seine konzeptionelle Arbeit für das künftige Deutsche Fußballmuseum wurden erwähnt, verbunden mit Grüßen von DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Zugleich wies Hahn auf Hiebers kommunalpolitisches Engagement als Ortsvorsteher in seiner Wahlheimat Stornfels in den 90er Jahren hin und verband dies mit der Werbung für gesellschaftliches Engagement.

Der Orden sei nur ein »Zwischenzeugnis«, man erwarte noch viel von Jochen Hieber, betonte Hahn mit einem Augenzwinkern, ehe er ihm unter dem Beifall der Runde das Kreuz mit dem Hessenlöwen anheftete.

Jochen Hieber habe mit der Literaturreihe viele Menschen in die Stadt geholt, »die vorher nicht einmal wussten, wo Nidda lag«, betonte Bürgermeister Seum. Er verlas auch die Grüße des »Manieren«-Autors und Hieber-Freundes Asfa Wossen Aserate.



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