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Hunderte Liter Öl in die Kläranlage geflossen

Artikel vom 22.07.2010 - 18.46 Uhr

Hunderte Liter Öl in die Kläranlage geflossen

Nidda-Wallernhausen (pm). Aufregung am Mittwochmorgen in der Kläranlage von Wallernhausen: Ein Mitarbeiter des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) entdeckte Öl in zwei Becken der Teichkläranlage.
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Barrieren auf dem Wasser helfen, das Ölbindemittel zu verdichten und in eine Ecke des Teiches zu drücken, wo es mit der Spezialpumpe abgesaugt wird.
Sofort sei der Ablauf durch den dritten Teich in den Rambach abgeriegelt worden, sodass das Öl sich nicht weiter verteilen konnte. Zudem seien die Untere Wasserschutzbehörde und die Kriminal- und Umweltpolizei in Gießen verständigt worden. Auch Volker Müller, der Gewässerschutzbeauftragte der Ovag, und Kai Mathes, technischer Leiter des ZOV für die Bereiche Wasser und Abwasser, waren vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage.

»Aus dem Abwassernetz von Wallernhausen, das als einziges an der Teichkläranlage hängt, waren mehrere Hundert Liter Heizöl in die Anlage geflossen und hatten sich auf zwei der drei Teiche ausgebreitet. Wir haben Proben an der Einlaufstelle genommen und hatten fast nur Öl«, beschreibt Mathes die Situation.

Schnell sei das weitere Vorgehen besprochen worden: Ein Ölbindemittel wurde auf die Wasseroberfläche gegeben. Anschließend wurde eine Firma aus Karlsruhe mit dem Absaugen beauftragt. Doch zuvor musste das Bindemittel noch verdichtet werden, da sonst zu viel Wasser mit in die Tanks der Laster gelangt wäre. »Also kamen die Niddaer Feuerwehr mit einem Boot und die Feuerwehr Wallernhausen, die mit schwimmenden Barrieren das verdreckte Bindemittel in einer Ecke des Teiches zusammengeschoben haben«, schildert Mathes. Bis Mitternacht sei gearbeitet worden, und gestern gleich weiter.

Mathes’ gute Nachricht: »Das Öl ist komplett im Klärteich zurückgehalten worden. Daher besteht keine Gefahr für die Einwohner und die Natur.«

Mit einer Spezialkamera wird in den Kanälen nach der Quelle des Öls gesucht - bislang ohne Erfolg. »Es fließen immer noch winzige Mengen nach«, sagte Mathes. Möglich sei, dass es aus einem defekten Kellertank einer Ölheizung komme.

Abgesehen vom finanziellen Schaden, der wahrscheinlich bei bis zu 20 000 Euro liege, sei auch ein biologischer Schaden entstanden: »Die Kläranlage arbeitet voll biologisch, die Mikroorganismen, die für die Klärung zuständig sind, hat das Öl größtenteils abgetötet. Daher ist die Klärleistung erst einmal eingeschränkt«, erklärte Mathes.

Deshalb werde derzeit alles unternommen, um neue Mikroorganismen zu vermehren: »Wir haben Belebtschlamm mit neuen Mikroorganismen aus der Kläranlage in Nidda bringen lassen, der in die Teiche hier eingesetzt wird.«

Die Kläranlage werde in einigen Tagen wieder im Normalbetrieb laufen.

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