Wetteraukreis (pm/dab). Stefan Diemke ist am Donnerstag mit dem hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Der Gederner habe das ehemalige Badehaus in Hirzenhain vorbildlich saniert und umgenutzt, teilte die Denkmalpflege mit.
Nachher: Das sanierte Haus wird als Veranstaltungsraum genutzt.
Der Bauherr habe »mit Gespür für das besondere Flair des Gebäudes ein wertvolles kulturhistorisches Baudenkmal gesichert, fachgerecht erhalten und zugänglich gemacht«. Dafür erhielt Diemke nun in Limburg von Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann eine Anerkennung und eine Urkunde.
Das sogenannte Arbeiterwaschhaus in Hirzenhain wurde 1913 errichtet. Es gehörte zu dem metallverarbeitenden Betrieb, der aus dem Hüttenwerk Buderus entstanden war, nachdem der Hammer 1882 und der Hochofen 1885 stillgelegt worden waren. Das Wasch- oder Badehaus steht für eine betriebliche soziale Vorsorge und für eine paternalistisch-fürsorgliche Haltung im deutschen Unternehmertum.
Die ausgefallene Gestaltung des Badehauses – ein kapellenartiger Baukörper mit einer ungewöhnlichen Bauornamentik – weist darauf hin, dass soziale Aufgaben auch als ästhetische verstanden wurden und zudem als Nachweis bürgerlichen Unternehmerstolzes genutzt wurden. Dafür spricht auch die Positionierung des Gebäudes in exponierter Lage.
Das Wasch- oder Badehaus in Hirzenhain wurde 1913 errichtet. Es gehörte zu dem metallverarbeitenden Betrieb, der aus dem Hüttenwerk Buderus entstanden war. (Fotos: pv)
»Das Badehaus stellt ein höchst bemerkenswertes und in seiner Form seltenes Denkmal der deutschen Industrie-, Sozial- und Kulturgeschichte dar«, betont die Landesdenkmalpflege seine Bedeutung. Allerdings hätten es der besondere Charakter und die Lage des Gebäudes schwer gemacht, eine neue Nutzung zu finden. Verwahrlosung, weitere Schäden und Verlust drohten. Umso höher sei das Engagement des jetzigen Besitzers, Stefan Diemke, zu bewerten.