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Cornelia Hörsting neue Leiterin des Gymnasiums Nidda

Artikel vom 11.08.2011 - 14.25 Uhr

Cornelia Hörsting neue Leiterin des Gymnasiums Nidda

Nidda (rad). »Non scholae sed vitae discimus«, sagt der Bildungsbürger – »nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.« Für viele Zeitgenossen eine Phrase, aber in der zeitgemäßen Interpretation, die Studiendirektorin Cornelia Hörsting im Gespräch mit der WZ entwickelt, bekommt der alte Spruch eine neue Bedeutung.

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Vergleicht die Schule mit einem Orchester: Wenn sie als Dirigentin etwas anderes spielen wolle als die Musiker, könne das nicht gut gehen. (Foto: rad)
Seit 1. August ist Hörsting neue Leiterin des Gymnasiums Nidda. Die 1958 im niedersächsischen Wolfenbüttel geborene Nachfolgerin von Andreas Hilge ist seit 17 Jahren in Hessen tätig. Studiert hat sie an der Berliner Freien Universität die Fächer Deutsch und Geschichte. Der Weg führte die junge Lehrerin danach an die Hohe Landesschule nach Hanau, wofür es einen besonderen Grund gab. Nach einem Unfall ist die Pädagogin auf den Rollstuhl angewiesen, was in öffentlichen Gebäuden, die nicht behindertengerecht ausgelegt sind, zu Schwierigkeiten führen kann. »In Hessen gab es damals ein Sonderprogramm der Landesregierung für schwerbehinderte Lehrer«, erinnert sich Hörsting. Das erleichterte ihr die Entscheidung für die Stadt am Main. Seitdem lehrte sie an dem Hanauer Gymnasium, dessen stellvertretende Leiterin sie für die rund 1600 Schüler in den vergangenen acht Jahren war. Ihren Wohnsitz hat sie in Büdingen genommen, was einen kurzen Weg nach Hanau, und künftig nach Nidda, bedeutet.

»Für das Leben lernen« bedeutet für Cornelia Hörsting nicht in erster Linie die Anhäufung von klassischem Bildungsgut. Die junge Generation, die zurzeit ihre Schullaufbahn absolviert, ist mitten im Medienzeitalter des 21. Jahrhunderts angekommen. Es herrschen im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahrzehnten völlig andere Grundbedingungen. »Die Zeit ist viel zu schnelllebig, als dass wir die Herausbildung von Universalgenies à la Goethe als Ziel unserer pädagogischen Arbeit anstreben könnten«, betont Hörsting. Vielmehr gehe es ihr darum, den Schülern soziale und Medien-Kompetenzen beizubringen, damit sie später gut durchs Leben kämen. Nebenbei soll die Schule natürlich auch Freude machen.

Große Veränderungen stehen nach Hörstings Planungen im ersten Jahr nicht an. »Ich muss erst mal in Nidda ankommen.« Allerdings, so wirft sie ein, hat sie schon viele Ideen. Aber die sollen sukzessive mit der Schulgemeinde zusammen geprüft, weiterentwickelt und dann umgesetzt werden. Die Schule und ihre Menschen vergleicht sie mit einem Orchester, ihre Position mit dem einer Dirigentin. »Wenn man ein Rockkonzert dirigieren will, und die Musiker etwas anderes spielen wollen, geht das nicht gut«, ist Hörsting überzeugt. Deshalb müsse sie das Niddaer Gymnasium erst genau kennen lernen, dann könne gemeinsam entschieden werden.

Mittelfristig will die Lehrerin auch wieder ihre Fächer unterrichten. Aber vorerst muss sie sich intensiv mit den Gegebenheiten ihres neuen Aufgabenfelds auseinandersetzen. Auch da ist Hörsting pragmatisch. Sie denkt an die Schüler, deren Unterricht nicht durch die terminlichen Verpflichtungen einer lehrenden Direktorin beeinträchtigt werden soll. Dabei ist sie sich sicher, dass ihr der Unterricht fehlen wird.

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Artikel vom 11.08.2011 - 14.25 Uhr
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