Nidda (pm). Knapp 4500 Unterschriften sind in den vergangenen Wochen für den Erhalt des Amtsgerichts in Nidda gesammelt worden - am Mittwoch wurden die Listen an Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn übergeben.
Viele Argumente fürs Amtsgericht für den Minister, der schon vorab für Verständnis wirbt: Jörg-Uwe Hahn und Hans-Peter Seum. (Foto: pv)
Beim Glauburger Bürgermeister Carsten Kretschmer hatte die Niddaer Delegation auf Hahn gewartet, der einen Termin in Glauburg hatte. Neben dem neuen Bürgermeister Hans-Peter Seum waren der Erste Stadtrat Reimund Becker, etliche weitere Stadträte, die Fraktionschefs von FDP und Grünen im Gemeindeparlament, Vize-Stadtverordnetenvorsteherin Christine Jäger und Verwaltungsmitarbeiter Uwe Bonarius mitgekommen.
Bürgermeister Seum legte dem Minister die aus seiner Sicht unabdingbaren Gründe für den Erhalt des Gerichts dar: »Das Amtsgericht hat aufgrund der vielen Betreuungsfälle eine wichtige Bedeutung für die Menschen in der Region. In den letzten Jahren wurden mehr als 800 000 Euro investiert und das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu einem modernen Justizstandort umgebaut. Das Land will eine moderne und bürgernahe Verwaltung - da wäre die Schließung für die Stadt in einer ohnehin arg gebeutelten, strukturschwachen Region das falsche Signal.«
Auch der Erste Stadtrat Becker wies auf die Bedeutung der Behörden für die Region und die Stadt hin: »Einerseits erhalten wir Fördergelder von EU und Land zum Ausgleich unserer Standortnachteile, zeitgleich soll uns eine wichtige Behörde genommen werden. Wenn das Amtsgericht schließt, wird es nicht lange dauern, bis wir Forst- und Finanzamt auch noch verlieren.«
Justizminister Hahn räumte ein, dass ihm die Schließung von Standorten keinen Spaß bereite und betonte, dass die Entscheidung darüber erst am 15. Juni »nach bis dahin weiter zu verifizierenden Sachargumenten« getroffen werde.
Gerade als Wetterauer dürfe er sich nicht dem Verdacht aussetzen, sich für einen hiesigen Standort auszusprechen, obwohl möglicherweise alle sachlichen Argumente dagegen sprächen. Hahn zeigte sich beeindruckt, dass die Region mobilisiert worden sei und auf derart breiter Front für den Erhalt des Amtsgerichts eintrete. Auch das werde bei der Entscheidung berücksichtigt.