Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Münzenberg »

Zoff um den ZOV: Grünen-Urgestein Diethardt Stamm hört auf

Artikel vom 06.08.2011 - 15.46 Uhr

Zoff um den ZOV: Grünen-Urgestein Diethardt Stamm hört auf

Wetteraukreis (hed). Dicke Luft gibt es derzeit bei den Wetterauer Grünen: Diethardt Stamm, Energiefachmann aus Münzenberg, saß über 25 Jahre für die Ökopartei im Verbandsvorstand des Zweckverbands der Oberhessischen Versorgungsbetriebe (ZOV), jetzt zieht er sich zurück.

_152402_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Diethardt Stamm
Der Grund: Der Grünen-Vorstand um Helmut Betschel-Pflügel soll sich nicht an Abmachungen bei der Aufstellung einer Liste gehalten haben. Der Kreisvorsitzende aber weist die Vorwürfe zurück. Stamm sei beleidigt gewesen, da »seine Kandidatin« Gabriele Neimke aus Bad Vilbel bei der Kreismitgliederversammlung eine Kampfabstimmung gegen Beate Roth verloren habe.

Der ZOV beaufsichtigt den öffentlichen Personennahverkehr sowie die Wasser- und Energieversorgung in den Kreisen Wetterau, Gießen und Vogelsberg. Von ihm beauftragt sind beispielsweise die Ovag und die VGO. In der Verbandsversammlung sitzen 44 Vertreter der drei Kreise, 20 davon aus der Wetterau. Nach der Kommunalwahl stehen den Wetterauer Grünen drei Sitze im ZOV zu.

Stamm, der bei den Sondierungsgesprächen mit SPD und FDP dabei war und maßgeblich für den Abschnitt über Energiepolitik im Koalitionsvertrag verantwortlich zeichnet, gibt an, im Vorfeld mit Betschel-Pflügel vereinbart zu haben, wer auf die Wetterauer Grünen-Liste für die Verbandsversammlung kommen sollte. Neben ihm sollten das nach WZ-Informationen Rainer Michel sein, der nach der Kommunalwahl 2006 der einzige Wetterauer Vertreter in der ZOV-Verbandsversammlung war, und Gabriele Neimke, die auch mit Stamm in dessen neu gegründeten Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG) aktiv ist.

hed_wetteraukreis-B_1710_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
H. Betschel-Pflügel
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung aber gab es auch andere Kandidaten. »Fakt ist: Es gab keine Absprachen«, betont Betschel-Pflügel gegenüber der WZ. Er habe Stamms Vorschlag bei einer Sitzung von Fraktion und Vorstand kundgetan, dabei habe es aber Vorbehalte einiger Mitglieder gegen Neimke gegeben. Daher habe man auf eine vom Vorstand abgesegnete Liste für den ZOV verzichtet. Statt Neimke wählten die Grünen-Mitglieder Beate Roth auf Listenplatz eins. »Sie erhielt 70 Prozent der Stimmen, Neimke nur 30«, sagt Betschel-Pflügel.

Möglicher Grund: Die Bad Vilbelerin gehörte mit Stamm zu den Grünen-Mitgliedern, die sich vor einigen Jahren um die ehemalige Fraktionsvorsitzende Gertrud Amrein geschart hatten, die im Streit mit der Parteispitze (und Betschel-Pflügel) den Vorstand verlassen hatte. Nachdem Neimke auch die Abstimmung um Listenplatz drei gegen Bad Nauheims designierte Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel verloren hatte, habe Stamm die emotional geführte Versammlung wütend verlassen, schildert Betschel-Pflügel.

»Das Wahlvolk hat sich anders entschieden. So ist Demokratie.« Er bedaure Stamms Entscheidung, sagt Betschel-Pflügel. »Er ist ein fachlich toller Mann.«



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 06.08.2011 - 15.46 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang