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Waldboden schonen: Brennholz nur noch am Wegesrand

Artikel vom 08.10.2011 - 17.12 Uhr

Waldboden schonen: Brennholz nur noch am Wegesrand

Münzenberg (bd). Die Waldböden sind »gestresst«. Das hat die Münzenberger Revierförsterin Hermine Link festgestellt – und reagiert: Vermehrt werden zum Holzrücken Pferde eingesetzt, und Lesholzkunden müssen die Äste zum Abholen an den nächsten festen Weg tragen.

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»Meterholz« und Industrieholz liegen schon immer an den Wegrändern, dorthin sollen in Münzenberg jetzt auch die privaten »Holzmacher« ihre Äste bringen. (Foto: pv)
Nach neuesten Erkenntnissen, sagt Link, erholten sich geschädigte Böden frühestens nach 20 Jahren – oder gar nicht mehr. Der Stress kann zum einen von den Stürmen der letzten Jahre herrühren, vor allem macht sie aber die »Holzmacher« dafür verantwortlich, die vielen Selbstwerber also, die dem gestiegenen Öl- und Gaspreis mit dem guten alten Holz- oder Kachelofen ein Schnippchen schlagen wollen.

Hermine Link: »Schwer beladene Traktorgespanne drücken durch die recht schmale Bereifung den Waldboden ein. Wir beobachten zudem, dass manche Selbstwerber auch fahren, wenn’s nass ist oder sich nicht an die Rückegassen halten, sondern kreuz und quer durch die Schonungen tuckern.«

Hinzu komme, so die Försterin, dass die Zeit für den Laubholzeinschlag durch den verspäteten Laubfall und den früheren Saftfluss immer kürzer werde. Die Aufarbeitungszeiten für die Privatleute rückten immer mehr in die Brut- und Setzzeiten der Wildtiere. Denen mache der Verkehr auf den Wegen nichts aus, wohl aber der abseits davon.

Noch ein Kritikpunkt: »Die Lärmbelastung durch die vielen Motorsägen der Selbstwerber ist stark gestiegen. Das schränkt den Erholungswert des Waldes zeitweise erheblich ein und bedeutet auch eine Störung der Wildtiere.«

Strengere Vorschriften bei der Holzrückung seien unumgänglich, das Gut Waldboden müsse noch mehr geschont werden als bisher, sagt Hermine Link. Deshalb soll zum verstärkten Pferdeeinsatz und zum Ästeschleppen der Lesholzkunden als dritte Maßnahme hinzukommen, dass es Brennholz abseits der Wege nur noch für gewerbliche, vertraglich gebundene Kunden ab einer Abnahme von 50 Festmetern geben soll – die dann auch entsprechend kontrolliert werden.

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Artikel vom 08.10.2011 - 17.12 Uhr
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Leserkommentare
(14.02.2012 08:15)
emkloss@t-online.de
Viel Holz vor der Hütte?
Ja also,da hat man den Leuten die Möglichkeit gegeben das weniger , für die Forstwirtschaft,wertvolle Holz zu erwerben und dabei den Wald in Ordnung zu halten.
Nun haben wohl zuviele Menschen dieses Angebot angenommen.
Anderenorts geht jetzt die Forstverwaltung auch in die Offensive gegen die Selbstwerber.
Vor ein Paar Jahren wollten Die Forstverwaltungen von den Mountainbikern wegegeld kassieren. LG Eberhardt M.Kloss
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