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Totes Baby: Prozess jetzt am Landgericht

Artikel vom 30.06.2011 - 22.12 Uhr

Totes Baby: Prozess jetzt am Landgericht

Münzenberg/Friedberg (chh). Der 23-Jährige, der im August 2007 seinen drei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt haben soll, muss sich demnächst vor der Jugendkammer am Gießener Landgericht verantworten. Das hat Richterin Franzke am Donnerstag in Friedberg entschieden.

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Supermarkt-Angestellter erbeuten mit Komplizen rund 17000 Euro. (Foto: dpa)
Der Grund: Nach Abschluss der Beweisaufnahme lag laut Franzke ein hinreichender Tatverdacht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor. Daher sei ein höhergestelltes Gericht zuständig. Ursprünglich war der aus einem Münzenberger Stadtteil kommende Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung angeklagt.

Laut Anklageschrift hatte das Kleinkind Anfang August 2007 bei seinem Vater in Münzenberg übernachtet. Am Tag des Vorfalls habe es unter Blähungen und Koliken gelitten. Der 23-Jährige habe das Kind aus Überforderung geschüttelt, dabei sei eine Brückenvene im Gehirn gerissen. In der Gießener Kinderklinik konnte nur noch der Hirntod festgestellt werden.

Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf: »Ich habe das Kind nicht geschüttelt und auch sonst nichts mit ihm gemacht«, hatte er bereits am ersten Prozesstag betont.

Der am besagten Abend herbeigerufene Notarzt bezweifelt das: »Mir wurde gesagt, das Kind habe sich beim Füttern verschluckt und sei daher in dem Zustand. Das ist aber extrem unwahrscheinlich, sonst hätten wir jede Menge toter Kinder«, sagte Dr. Weiß. Der Säugling sei tief komatös und blau angelaufen gewesen, als er eintraf. Er habe sofort ein EKG angelegt, die Herzfrequenz habe bei 23 Schlägen in der Minute gelegen. »Das ist faktisch Herz-Kreislauf-Stillstand. Normal sind 140 Schläge.«

Er habe direkt mit der Reanimation und Beatmung angefangen, erklärte der Facharzt für Anästhesie. Die Beatmungssituation sei im Anschluss zwar »adäquat« gewesen, allerdings habe der Säugling keinerlei Reaktion gezeigt. Im Anschluss habe er das Kleinkind in die Gießener Klinik gebracht.

Zudem berichtete Weiß, dass ihm die Eltern extrem emotionslos vorgekommen seien. Der Vater habe dem Notarzt bei seiner Ankunft gesagt »Da hinten liegt's«. Der Mutter, die hinzugerufen worden sei, habe er aus dem Krankenwagen heraus gesagt, dass ihr Kind in einem »absolut lebensbedrohlichen Zustand« sei. Trotzdem habe sie kühl gewirkt. »Normalerweise sind Eltern in so einer Situation in extremer Sorge.«



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Artikel vom 30.06.2011 - 22.12 Uhr
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