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Tausende beim Mittelalterspektakel auf der Burg

Artikel vom 15.06.2011 - 18.24 Uhr

Tausende beim Mittelalterspektakel auf der Burg

Münzenberg (bd). Von Samstag bis Montag hallten Kunos Mauern wider vom Handgeklapper des Publikums für gelungene Beiträge der Barden und die Kämpfe der Schwertträger: Die Münzenberger Ritter hatten wieder zum Pfingsttreffen auf ihre Burg geladen..

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Heißer Job nicht nur bei schönem Wetter: der Schmied in der Burg.
Es war wie in einem Historienfilm in Cinema-Super-Scope. Männer in Leinenhemden, ledernen Hosen und Schnabelschuhen, mit langen Haaren und Bärten, tranken aus großen Humpen ihr Gebräu. Frauen in wallenden Gewändern flanierten stolz mit offenen oder unter Hauben verborgenen Haaren umher. Viele Gesichter waren blass geschminkt, denn die höfischen Damen zogen den bleichen Teint der zarten Haut dem wettergegerbten Braun des Landvolks vor.

Jede Menge Kinder sausten über das Gras des Burghofs, viele trugen Holzschwerter. Händler und Handwerker, waren allgegenwärtig, zwei zerlumpte Bettler von der fernen Saar baten um ein mildes Scherflein, strenge Herren mit langen Speeren und runden Hüten sorgten für Ordnung, ein schmiedeeiserner Schandkäfig hing unweit der Schenke. Das Mittelalter hatte auf der schönsten Burg der nördlichen Wetterau Einzug gehalten.

Das Spektakel lockte schon am ersten Tag Tausende an, darunter auch den Schirmherrn, Bürgermeister Hans-Jürgen Zeiß. Die Autokennzeichen und auch die Dialekte ließen vermuten, dass halb Deutschland zu Gast war. Dicht gedrängt schoben sich die Menschen über das Gelände, an den Buden, wo es nach Würstchen und Bratäpfeln duftete, hieß es anstehen. Es gab Gesottenes und Gebratenes, aber auch Kaffee und Kuchen.

Im Burghof und in den angrenzenden Gemäuern wurde allerhand feilgeboten: Kleidung, Schmuck, Kinderspielzeug. Eine Wahrsagerin las aus der Hand, ein Schmied klopfte den Amboss, um Eisenhaken und Messer zu fertigen.

Dudelsack- und Trommelklänge bot die bombastische Mittelalterband »Die Skalden«. Bei den Barden Johnny Robels und Reineke Fuchs dominierten Harfe, Gitarre und einstimmiger Gesang. Die Gruppe »Stante pede« tanzte zu zeitgenössischen Klängen aus Deutschland, Italien und Irland. Kleine und große Bogenschützen ließen im Bleigärtchen die Pfeile auf die Zielscheiben schwirren. Dort zeigte auch Magier Willard mit seiner Assistentin verblüffende Tricks.

Unweit der Torwächter, die penibel auf die Eintrittsstempel achteten (nur Kinder unter Schwertmaß hatten freien Eintritt,) durfte sich der Nachwuchs im Zielwerfen auf eine dicke Holzscheibe üben.

Ein Böllerschuss aus dem Ritterlager schreckte alle auf. »Gebet Handgeklapper«, schrie Herold Alexander Fassel, dessen Stimme nach den drei Tagen ein wenig Schonung verdient hatte.



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Artikel vom 15.06.2011 - 18.24 Uhr
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