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Keine Abenteuerlust, sondern Wirken im Auftrag Gottes

Artikel vom 08.06.2010 - 14.00 Uhr

Keine Abenteuerlust, sondern Wirken im Auftrag Gottes

Münzenberg-Gambach (ür). Vor 50 Jahren zog mit Waltraud Lagershausen geb. Bandel die erste Missionarin von Gambach aus in die Welt. Weitere Ortsbürger folgten ihrem Beispiel. Noch heute sind Missionare aus dem Münzenberger Stadtteil in aller Welt, um die christliche Botschaft in Regionen weiterzugeben, die teilweise noch unerreicht sind. Das Ereignis vor einem halben Jahrhundert hat den Missionsarbeitskreis der Evangelischen Chrischona-Gemeinde dazu bewogen, an drei Tagen zu Jubiläumsfeiern einzuladen. Volkmar Kaiser konnte rund 80 Besucher begrüßen, unter ihnen auch Bürgermeister Hans-Jürgen Zeiß.
Altgediente Gambacher Missionare: (von links) Karl Lagershausen, Doris Sachtler, Roland Ratz, Ingrid Roncal und Gerhard Reuhl.	(
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Altgediente Gambacher Missionare: (von links) Karl Lagershausen, Doris Sachtler, Roland Ratz, Ingrid Roncal und Gerhard Reuhl. (Foto: Rühl)
Zu Gast waren einige der ersten Missionare, aber auch Gambacher, die aktuell noch in anderen Ländern aktiv sind. Bei einem Abend unter dem Motto »Wie’s damals war« berichtete Doris Sachtler, die als Missionarin in Peru gearbeitet hat, es sei keine Abenteuerlust gewesen, die damals die jungen Christen bewegt habe. Vielmehr hätten sie Gottes Auftrag verspürt. Gerhard Reuhl wusste zu berichten, dass ein Buch des kanadischen Pfarrers Oswald J. Smith mit dem Titel »Glühende Retterliebe« den Wunsch bei den damals »jungen Wilden« im Jugendkreis ausgelöst habe, für die Weltmission intensiv zu beten. »Zunächst hat niemand von uns gedacht, dass auch wir als Missionare gehen sollten«, so Reuhl, der später mit seiner Frau ebenfalls nach Peru ausreiste.

Karl Lagershausen berichtete, dass er während seiner theologischen Ausbildung auf St. Chrischona bei Basel viel von Mission gehört habe. Durch seine erste Stelle als Prediger in Butzbach und Gambach habe er gehofft, die Mission vergessen zu können. Dass er aber in eine Gemeinde kam, in der Mission offensiv gelebt wurde, habe seine Berufung neu in Frage gestellt. Zwei Jahre nach der Ausreise von Waltraud Bandel reiste er ihr auf die Philippinen nach.

Roland Ratz erzählte, dass er in Stuttgart bei den »Offenen Abenden« den Ruf Gottes in die Mission gehört habe. Noch heute lebt er in Österreich, seiner langjährigen Wirkungsstätte. Ingrid Roncal, die sich als Mitglied der zweiten Missionarsgeneration sieht, hat in Peru gearbeitet. Dort heiratete sie einen Peruaner und lebt seit Jahren wieder in Gambach. Für sie sei die Mitarbeit in der Mission ein selbstverständlicher Ausdruck ihres Christseins gewesen, sagte sie bei der Jubiläumsfeier.

Der Chinese Ted Hsueh aus Hongkong zeigte sich beeindruckt, dass aus einem so kleinen Ort wie Gambach so viele Missionare in die Welt gezogen sind. Mit seiner Frau Winnie war er eigens zum Jubiläum gekommen. Seit 1977 verbinde ihn eine so tiefe Freundschaft zu Missionar Lagershausen, dass er seinem Sohn den Vornamen Karl gegeben habe.

Volkmar Kaiser, der den Abend moderierte, wies darauf hin, dass schon früher Missionare aus Gambach in die weite Welt reisten. Als Beispiel nannte er Tobias Fenchel (1849-1910), der im Auftrag der Rheinischen Mission nach Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) reiste.

Karl Lagershausen hat über die Ereignisse eine Broschüre verfasst, die unter dem Titel »Gambacher Missions-Geschichten« vorgestellt wurde.



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Artikel vom 08.06.2010 - 14.00 Uhr
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