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Geologischer Garten: Paradies im Schatten der Burg

Artikel vom 13.07.2011 - 13.23 Uhr

Geologischer Garten: Paradies im Schatten der Burg

Münzenberg (bd). Unweit der Sporthalle und des Lehrgartens des Obst- und Gartenbauvereins liegt der Geologische Garten Münzenberg. Man erreicht ihn über einen Grasweg, stets vor der Kulisse der mächtigen Burg.

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Holz für die Steine: Diplom-Ingenieur Franz Dietrich Oeste bei der Arbeit im Geo-Garten.
Neues Kennzeichen des umzäunten Areals sind die drei spitz aufragenden dunklen Holztürme der noch nicht ganz fertigen Ausstellungshalle. Auf dem heckengesäumten Gelände, das zugleich zum Refugium für seltene Pflanzen, Insekten und Kriechtiere geworden ist, liegen verstreut und beschriftet etwa 100 bis 200 Tonnen Gestein in kleinen und großen Brocken, zum Teil mit Versteinerungen.

Regelmäßig auf dem Gelände anzutreffen ist Franz Dietrich Oeste, ein Diplom-Ingenieur aus Kirchhain bei Marburg, seines Zeichens Ideengeber und wissenschaftlicher Leiter des Ganzen. Gern erklärt er vorbeikommenden Spaziergängern, die sich neugierig auf das ansonsten abgeschlossene Gelände verirren, die Besonderheiten des Geologischen Gartens, der in der Wetterau einmalig ist.

Präsentiert werden die wesentlichen Gesteine aus der Region zwischen Vogelsberg, Odenwald, Taunus, Westerwald, Lahn-Dill-Gebiet, Kellerwald und Wetterau. Es hat viele Formen und Farben, von der unterschiedlichen Größe ganz abgesehen. Entstanden ist es zum Teil schon im Erdaltertum, vieles aber auch im Erdmittelalter und der Neuzeit.

Wahrscheinlich schon seit der Altsteinzeit lernte der Homo erectus den Salzgeschmack der Mineralquellen im nahen Wettertal zu schätzen. Auf Äckern und in Baugruben von Münzenberg wurde viel Geröll gefunden, das die Experten in die Epoche vor der Eiszeit einordnen.

Draußen Steine, drinnen das Feine

Die Gesteine des Geo-Gartens findet man im offenen Bereich des Geländes, aber auch in der Überdachung. Sie ist geschlossen und damit vor Wind und Witterung geschützt. Der Ausstellungsraum hat die markante Form eines mehrspitzigen Holzzeltes. Hier werden den Ursachen der Gesteinsbildung in Form von Info-Postern, polierten Gesteinsschnitten und Mineralien besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Und wenn man Zeit hat, erzählt Franz Dietrich Oeste von der Ur-Geschichte der Wetterau, die nicht immer fruchtbares Ackerland gewesen sei, sondern ein tropisches Meer zwischen Taunus und Vogelsberg.



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