Münzenberg-Ober-Hörgern (sto). Gerade noch rechtzeitig zu Beginn der Fußballsaison ist ein seit fast 40 Jahren gehegter Wunsch der Fußballer des TFV in Erfüllung gegangen: An ihrem Sportplatz können die Kicker zukünftig nach der Ausübung ihres Sports im neuen Anbau auch Duschen und ihre Notdurft verrichten. Das war bislang auf dem Gelände des 1972 gegründeten Vereins nicht möglich.
Das erweiterte Sportheim des TFV Ober-Hörgern mit dem Anbau, in dem die Fußballer nun endlich auch duschen können. (Foto: Storck)
In den ersten Jahren trugen die Fußballer aus dem kleinen rund 400 Einwohner zählenden Stadtteil ihre Heimspiele in Münzenberg aus. Acht Jahre danach zogen die Fußballer auf den in Eigenarbeit errichteten Platz auf der etwa zwei Hektar großen Wetterinsel am südlichen Ortsrand um - mit herrlichem Blick auf das »Wetterauer Tintenfass«, die Münzenburg. Das Problem: Das Gelände befindet sich im Auenverband der Wetter, daher erhielten die Fußballer zunächst nur eine befristete Spielgenehmigung für zwei Jahre. Auch durfte man nur ein mobiles Holzgerätehaus aufstellen. Da es auf dem Gelände keinen Wasseranschluss und keine Entsorgungsleitungen gab, konnte nach dem Training und Spielen nur am anderen Ortsrand im rund 800 Meter entfernten Dorfgemeinschaftshaus geduscht werden. Die Gastmannschaften fuhren deshalb sofort nach ihren Spielen in dem liebevoll genannten »Inselstation« nach Hause, um sich in ihren Sportheimen zu reinigen.
Nach langem Warten und viel Schriftverkehr (beispielsweise bei der Erstellung von Bepflanzungsplänen) gelang es dem Verein, die befristete in eine unbefristete Nutzung umzuwandeln. Man überzeugte die Behörden, dass ein Sportgelände mit der heute üblichen Infrastruktur keinen Gegensatz zum Naturschutz darstellt. Auch der Antrag zum Anbau von Dusch- und Toilettenanlagen am Sportheim auf der Wetterinsel wurde genehmigt. Im Juni begannen die Arbeiten, die letztlich 100 000 Euro kosteten.
Der TFVler steuerten bis heute mit rund 3600 Arbeitsstunden 37 000 Euro bei. Die Stadt Münzenberg und das Land Hessen bezuschussten das Vorhaben mit jeweils 20 000 Euro, der Landessportbund stelle 7800 Euro zur Verfügung und versicherte die ehrenamtlichen Helfer bei den Arbeiten. Der Rest wurde durch Spenden aufgebracht.
Der Bau begann Ende Juni des vergangen Jahres, verzögerte sich wegen des strengen Winters. Als besonders aufwendig (aber notwendig) erwies sich die Wetter-Unterführung für Versorgungs- und Entsorgungsleitungen. Nun wird das Abwasser des Sportheims rund 300 Meter weit unterirdisch bis zur Bahnlinie geleitet. Dort gelangen die Abflüsse durch eine Hebeanlage in das städtische Abwassernetz.