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Zum Richtfest in Friedelhausen strahlte die Sonne

Artikel vom 03.02.2010 - 21.23 Uhr

Zum Richtfest in Friedelhausen strahlte die Sonne

Lollar (vh). Winterwetter wie aus dem Bilderbuch umrahmte am Mittwochnachmittag das Richtfest für den ersten neuen Erweiterungsbau des Hofgutes Friedelhausen bei Odenhausen an der Lahn. Schneebedeckter Südwesthang, Sonnenschein am blauen Himmel.
Architekt Karlheinz Geissler (Mitte) informierte am Mittwochnachmittag über Einzelheiten der dreiteiligen ersten neuen Wohneinhe
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Architekt Karlheinz Geissler (Mitte) informierte am Mittwochnachmittag über Einzelheiten der dreiteiligen ersten neuen Wohneinheit des Hofgutes Friedelhausen; Geschäftsführer Milos Vaner (4. von links) und Vereinsvorsitzender Jürgen Gerhold (rechts). (Foto: vh)
Optisch getrennt in Form eines breitschenkligen »U« gehören drei künftige Hauskörper funktional als Einheit zusammen. Maximal kommen innerhalb eines Zehn-Jahres-Planes noch zwei weitere Wohnhauskomplexe hinzu, die sich im Endstadium um einen Innenhof gruppieren, symbolisch dem alten Hofgut angenähert. Milos Vaner, Geschäftsführer der Hofgemeinschaft für heilende Arbeit, des Trägervereins der anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung auf dem Hofgut, erklärte den Teilnehmern des Richtfestes das Konzept der sozialtherapeutischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft.

Im vorderen Haus am Zufahrtsweg zum Hofgut wird die erste von drei neuen Wohngruppen entstehen. Beim Innenausbau werden drei Appartements für betreute Mitarbeiter aus den Wohngruppen im alten Hofgut geschaffen, die mittlerweile eigenverantwortlich leben können. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen die separat eingerichteten Wohneinheiten bezugsfertig sein. Es entstehen ein Zwei-Personen-Zimmer und zwei Drei-Personen-Zimmer. Im Keller werden Therapieräume eingerichtet.

Möglichkeiten zur gemeinsamen Freizeitgestaltung sollen im geplanten mittleren Gebäude geschaffen werden. Wohnräume für die Betreuerfamilie, für Gäste und für Zivildienstleistende sind im dritten Hauskörper vorgesehen.

Auf Beton als Baumaterial wurde bei Fundament, Decken und Statikelementen weitestgehend verzichtet. Es dominieren Ziegelstein und Holzbau einschließlich der Fenster.

In der benachbarten historischen Feldscheune wird zurzeit eine doppelte Holzheizung für Pellets und Stückgut installiert, die den Bedarf von 80 Kilowatt (KW) abdeckt. Mit dem sogenannten »KfW-40-Haus« - Niedrigenergiehaus, das zur Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau berechtigt ist - werden die Anforderungen der Energiesparverordnung (EnEV) für Hausbesitzer und Hausbauer in der Version von 2007 deutlich unterschritten. Der Primärenergiebedarf von elf KW pro Quadratmeter und Jahr entspricht dem »Ein-Liter-Haus«.

Die Strom- und die Telefonleitung sind bereits vorhanden. Das Frischwasser kommt aus dem hofeigenen Brunnen, das Abwasser fließt in die Kleinkläranlage des Hofgutes.

Der Zimmermeister Carsten Pitzer von der Holzbau-Firma in Münchhausen trug den Richtspruch vor, Architekt Karlheinz Geissler aus Kirtorf gab Erläuterungen zu dem Bau.



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