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21.01.2010 - 12.00 Uhr
Wolfgang Heuser wird am Freitag beigesetzt
Lollar - Betroffenheit, Entsetzen, Fassungslosigkeit - Trauer: Nachdem Wolfgang Heuser aus Salzböden vor einer Woche, am Nachmittag des 14. Januar, in Gießen unerwartet verstorben war, verbreitete sich die Nachricht von seinem Tod mit nur 68 Jahren sofort bei allen, die ihn kannten und schätzten.
Wer ihn kannte, schätzte ihn - und wusste, dass er kurz nach seinem 60. Geburtstag, den eine stattliche Festgesellschaft am 30. Mai 2001 im Dorfgemeinschaftshaus Salzböden fröhlich gefeiert hatte, an einem schweren Nierenleiden erkrankt war. Mit seinem viel zu frühen Tod konnte dennoch nicht gerechnet werden. Wolfgang Heuser lebte zwar mit seiner Krankheit und musste sich schließlich mit Gehhilfen und im Rollstuhl fortbewegen, doch ändern wollte er sein Leben nicht und lebte es trotz der ihm auferlegten Einschränkungen so, wie er es leben wollte und wie er es leben musste. Stets an seiner Seite war Ehefrau Anneliese Heuser, mit der er sein Goldstück gefunden hatte, manchmal kopfschüttelnd, weil er seinen Kopf wieder einmal durchsetzen musste, immer aufopferungs- und liebevoll. Wie stolz der Vater und Großvater auf die beiden Töchter, den Sohn und die beiden Enkel war, verbarg er nicht. Der Familie gilt nun das Mitgefühl der Mittrauernden. Wolfgang Heuser wird morgen, 22. Januar, zur letzten Ruhe begleitet und auf dem Friedhof in Salzböden bestattet.
Sein Heimatdorf hat dem Verstorbenen unsagbar viel zu verdanken. Er hinterließ nicht nur Streiflichter. In Salzböden war er tief verwurzelt, doch er beschränkte sich darauf keineswegs, sondern blickte immer über den Kirchturm und handelte immer über den Tellerrand hinaus. Zum Beispiel blickte und reiste er nach Brassac-les-Mines in Frankreich, mit dem die Partnerschaft der Stadt Lollar ohne Wolfgang Heuser nicht zustandegekommen wäre und das den Partnerschaftspionier im Sommer 2002 zum Ehrenbürger ernannte; zum Beispiel blickte und reiste er nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Seebenisch in Sachsen, um eine Feuerwehrfreundschaft aufzubauen, deren 20-jähriges Bestehen am vergangenen Wochenende mit Schlachtfest und Frühschoppen in Salzböden gefeiert werden sollte. Deshalb hatte Wolfgang Heuser die Klinik in Gießen allerspätestens am Freitag verlassen wollen. Seine Feuerwehrkameraden sagten das Fest ab - was er vermutlich nicht gewollt hätte. Aber ihnen war nicht nach Feiern zumute.
Wolfgang Heuser, ausgestattet mit einer tüchtigen Portion Humor, war Feuerwehrmann mit Leib und Seele und aus tiefster Überzeugung. Ohne ihn gäbe es die Freiwillige Feuerwehr Salzböden nicht, die ihn zum Ehrenmitglied und zum Ehrenvorsitzenden ernannte. Der Bundesbahnbeamte im Zivilberuf (Ausbilder von Lokomotivführern an Dieselfahrzeugen) mit dem großen Herzen für seine Mitmenschen leistete 44 Jahre lang ehrenamtlich aktiven Feuerwehrdienst, davon mehr als 24 Jahre als Wehrführer, stellvertretender Stadtbrandinspektor, Stadtbrandinspektor und Kreisausbilder. Gekrönt wurde seine Feuerwehrlaufbahn - über die vielen persönlichen Opfer, die er dafür brachte, sprach er so gut wie nicht - nach seinen fünf Jahren als Stadtbrandinspektor mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Gold, das ihm der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes verlieh.
Bei der Übergabe am 28. Mai 2001 sagte Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld: »Du hast immer treu und redlich durchgehalten. Du hast immer wieder von neuem in die Hände gespuckt und Deine Aufgaben so erfüllt, wie man es von Dir erwartete. Und oft genug hast Du diese Aufgaben besser erfüllt, als es verlangt wurde ... Wer auch immer bei Dir Rat und Hilfe suchte, hat stets ein offenes Ohr und von echter Hilfsbereitschaft getragenes Verständnis gefunden.«
Als Wolfgang Heuser aufgrund der gesetzlichen Vorschriften mit der Vollendung des 60. Lebensjahres in den Feuerwehrruhestand wechseln musste, zeigte er sich wenig einsichtig und ging sehr ungern. Seiner Zukunftsaufgabe verpflichtete er sich schnell und selbstverständlich: sich um die Jugendfeuerwehren kümmern und sein Wissen und Können an sie weitergeben. Die schwere Erkrankung sollte ihn bremsen, doch Anteil an allem, was das Feuerwehrwesen betraf, nahm er bis zu seinem Tod.
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