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Volkstheater in Odenhausen an der Lahn

Artikel vom 07.03.2010 - 19.09 Uhr

Volkstheater in Odenhausen an der Lahn

Lollar (vh). Es ist Freitag, kurz vor 20 Uhr. Endlich erstrahlt Licht hinter dem abgesenkten Vorhang der Bühne in der Mehrzweckhalle Odenhausen, aus dem Lautsprecher ertönt Katja Ebsteins Chanson »Theater«. Darin wird den Vorzügen des Theaters und dem engagierten Schauspieler gehuldigt. Dann Udo Jürgens’ Hit vom »ehrenwerten Haus« um das Getuschel, wenn Mann und Frau ohne Trauschein zusammenleben.
»Eine emanzipierte Ehe« war am Wochenende in mehreren Aufführungen die dritte Produktion der Theatergruppe der Vereinsgemeinscha
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»Eine emanzipierte Ehe« war am Wochenende in mehreren Aufführungen die dritte Produktion der Theatergruppe der Vereinsgemeinschaft Odenhausen an der Lahn. (Foto: vh)
Das anrüchige Thema betrachtet die Komödie »Eine emanzipierte Ehe« in drei Akten von Erika Kainberger-Kapeller. Als nunmehr dritte Produktion der Theatergruppe der Vereinsgemeinschaft Odenhausen sorgte das Stück an drei Abenden für Furore.

Dies nicht zuletzt deshalb, weil »Kreativ-Direktor« Werner Bastian an der Textvorlage ideenreich gefeilt hat und sie ordentlich mit Lokalkolorit versehen hatte. Natürlich werden keine Geheimnisse verraten, wer in Odenhausen mit wem einfach so liiert ist.

Die bewährten Regisseurinnen Sigrid Kaletsch und Dagmar Kowalski haben erneut hervorragende Arbeit geleistet. Wer zur Premiere am Freitag extra deshalb in die Mehrzweckhalle gekommen war, um einen oder mehrere »Hänger« zu ergattern, wartete vergeblich. Zum perfekten Bühnenbild - da stand nicht irgendein Zeugs herum, sondern Gediegenes vom Möbelhaus Drommershausen - passte die grundsolide Inszenierung.

Professionell spulte sich der Handlungsfaden ab und auch wegen der geschmackvollen Kostümierung durfte man als Zuschauer staunen. Sehr bald schon - dem ersten Dialog - und nachher nicht minder gickerte das bestens unterhaltene Publikum ungeniert drauflos. Dass einige Premierenplätze in den hinteren Reihen leer blieben, konnte man verschmerzen. Als ungleich bedeutsamer muss die funktionierende Tontechnik erwähnt werden mit über der Bühne abgehängten Mikrophonen anstatt dieser furchtbaren Headsets, welche üblicherweise Verwendung finden. Das Ehepaar Jakob (dargestellt von Peter Burghardt) und Isabella (Anne Bastian) lebt offensichtlich mit Trauschein, aber es möchte mal etwas Neues ausprobieren.

So beginnt kurzum ein Experiment, eine offenen Ehe, und jeder darf noch andere Partner mitbringen. Isabella den feschen Flugkapitän Kurt (Thomas Deeg) und den ewigen Studenten Udo (Werner Bastian), einen erklärten »Öko«. Jakob guckt Ilona (Simone Kremer) hinterher, ein Dauergast der Lollarer Boutique »Reschny«, und mag auch Elfie (Martina Sprotte) mit den endlos langen Beinen und dem feuerroten Kleid. Offensichtlich haben sich alle mit der bunten Situation arrangiert, man geht im Hause von Isabella und Jakob ein und aus.



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Artikel vom 07.03.2010 - 19.09 Uhr
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