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Viel zu entdecken um das Hofgut in Friedelhausen

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Artikel vom 25.09.2014 - 13.00 Uhr

Viel zu entdecken um das Hofgut in Friedelhausen

Lollar (khn). Schon alleine der Weg vom Abzweig bei Odenhausen zum Hofgut Friedelhausen ist bemerkenswert: Wie auf zwei Asphaltschienen, die über den Schotterweg gelegt sind, können Autofahrer zur Hofgemeinschaft gelangen. Doch würden sie das Auto stehen lassen und den Weg zu Fuß zurücklegen, würde ihnen das Blätterdach auffallen, dass sich über ihnen befindet.

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Bettina Brandt (rechts) erklärt den Teilnehmern des Spaziergangs eines der Schilder, die auf dem Weg zum Hofgut Friedelhausen zu finden sind.
© Kays Al-Khanak
Und sie würden bemerken, dass es um sie herum kreucht und fleucht. In Zukunft können sie das auch nachlesen: auf vier Tafeln, die die Mitarbeiter des Hofgutes gestern eingeweiht haben.

Der Weg zum Hofgut Friedelhausen, auf dem 80 Menschen mit und ohne Behinderung leben, verläuft parallel zur Lahn. Dieses Gebiet am Altwasser ist ein Kleinod in der Lahnaue. Jedes Jahr wandern Molche und Kröten in dieses Gewässer, um zu laichen. Zahlreiche Libellen und Singvögel brüten hier; momentan zieht ein Schwanen-Pärchen fünf Jungtiere groß. Seit vielen Jahre kümmern sich die Mitglieder der Odenhausener NABU-Ortsgruppe um dieses Gebiet. Auch die Bewohner der Hofgemeinschaft Friedelhausen sind beim Krötenschutz im Frühjahr jedes Jahr aktiv, wenn sie abends die Straße sperren, um den Kröten ein gefahrloses überqueren des Weges zu ermöglichen.

Bettina Brandt ist die Pressebeauftragte des Hofgutes. Sie sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, die Tafeln seien von einer Marburger Spezialfirma in Zusammenarbeit mit dem NABU Odenhausen und Mitarbeitern der Hofgemeinschaft erstellt worden. Spaziergänger, Radler und Wanderer können sich über die Tierwelt des Altarms informieren. So stellt die erste Tafel die Vogelwelt und hier besonders den Schwan in den Mittelpunkt. Die zweite Tafel widmet sich den hier lebenden Amphibien und Libellen. Auf einer dritten Tafel gibt es Informationen über die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die auf dem Hofgut betrieben wird. Hier im Speziellen über das Angler-Vieh, das hier weidet. Und das vierte Schild geht auf die Gebäude des historischen Hofguts, seine Bewohner und das Leben der Gemeinschaft ein. Gestaltet sind die Tafeln ähnlich: Zu sehen ist ein Symbol – Schwan, Kröte, Kuh oder Häuser –, dann gibt es eine Erzählgeschichte, Informationen und Fotos. »Die Tafeln sind damit kindgerecht, aber auch für Erwachsene interessant«, sagte Brandt.

Norman Speier vom NABU Odenhausen sagte, die Tafeln seien »ein erstes gelungenes Projekt, das wir zusammen umgesetzt haben«. Weitere sollen folgen. NABU-Mitglied Jörn Jörren ergänzte, nun werde nicht nur mit einem Hinweisschild der Stadt auf das Naturschutzgebiet hingewiesen, sondern mit den vier Tafeln, die den Impuls geben könnten, sich mit dem Gebiet näher zu beschäftigen.

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Artikel vom 25.09.2014 - 13.00 Uhr
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