Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Lollar »

Prozess um Testamentfälschung wurde fortgesetzt

Artikel vom 13.01.2012 - 22.22 Uhr

Prozess um Testamentfälschung wurde fortgesetzt

Lollar/Gießen (kan). Die mutmaßliche Testamentfälscherin befinde sich in einer »unkomfortablen Beweislage«, sagte Richter Dr. Johannes Nink. Seit Mitte Dezember muss sich die 34-Jährige vor der Berufungskammer des Gießener Landgerichts wegen Urkundenfälschung verantworten.

Lupe - Artikelbild vergrössern
Supermarkt-Angestellter erbeuten mit Komplizen rund 17000 Euro. (Foto: dpa)
Sie soll das Testament eines Lollarer Tierarztes – ihr ehemaliger Lebensgefährte und der Vater ihrer Tochter – zugunsten des kleinen Mädchens gefälscht haben. Ihre Erklärung, wie sie an das erwiesenermaßen gefälschte Dokument gekommen sei, lasse »eigentlich nur den Schluss einer aberwitzigen Geschichte zu – oder im Umkehrschluss den Schuldspruch«, befand der Richter. Die Frau hatte behauptet, das Testament im Briefkasten gefunden zu haben. Eine kürzlich aufgetauchte E-Mail, in der von einem solchen Testament noch vor dessen Auftauchen die Rede ist, lässt das allerdings unwahrscheinlich erscheinen.

Er habe versucht, herauszufinden, ob die 34-Jährige »Opfer des alten verrückten Mannes« geworden sei, erklärte Dr. Nink. Gemeint ist damit der Mann, mit dem die Angeklagte nach der Beziehung mit dem Tierarzt liiert war. Im Laufe des Prozesses stand die Vermutung im Raum, dass der 67-Jährige in die Testamentsfälschung involviert gewesen sein könnte. Weil sie ihm nach seinen Angaben im Streit mit einem Schlüssel derart am Auge verletzt hat, dass er auf diesem erblindete, droht der 34-Jährigen ein weiteres Verfahren. Staatsanwalt Klaus Bender deutete an, dass er zum jetzigen Zeitpunkt eineinhalb Jahre Haft fordern würde. Zusammen mit einer Strafe aus einem weiteren Verfahren sei »Preungesheim – der Frauenknast – nicht unwahrscheinlich«, sagte Dr. Nink. Möglicherweise sei die Angeklagte doch eine »raffinierte Person, die versucht, ihre Sugardaddys auszunehmen«. Die 34-Jährige dagegen beteuerte: »Ich bin keine Kriminelle.« Der Prozess wird am 31. Januar fortgesetzt.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 13.01.2012 - 22.22 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang