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Musik aus Afrika wird im Gießener Land gemixt

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Artikel vom 02.11.2012 - 23.44 Uhr

Musik aus Afrika wird im Gießener Land gemixt

Lollar/Gießen (ik). Wenn es um perfekten Bass- und Gitarrensound geht, dann ist er nicht nur in der regionalen Musikszene bekannt wie ein »bunter Hund«. Peter Herrmann – Musikwissenschaftler mit Wohnsitz am Kirchberg in Lollar, freischaffender Komponist, Betreiber des »Studio Kirchberg«, als Produzent und Musiker an mehr als 70 CD-Produktionen beteiligt.

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Studioarbeiten im Kulturzentrum »Botswana Craft«.
Im April 2011 absolvierte er mit seinen Freunden und Musikerkollegen Don O’Connor und Norbert Völker als Trio »Celtic Fusion« eine Mini-Tournee im Südlichen Afrika (die Gießener Allgemeine berichtete ausführlich). »Infiziert« von Afrikas Musik und Herzlichkeit, brachen die drei kürzlich abermals nach Botswana auf. Im Ergebnis wird nun eine CD entstehen. Die musiktechnischen Feinheiten sind demnächst im Fachblatt »Der Bass-Professor« nachzulesen. Im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung ließ Herrmann nun seine Eindrücke Revue passieren.

Ein Tonstudio geht auf die Reise

Botswana ist hierzulande fast unbekannt. Lediglich Safari-Touristen bereisen das Land. Die Hauptstadt Gaborone wird in Reiseführern entweder gar nicht erwähnt oder als uninteressant und langweilig beschrieben. Tatsächlich ist das offizielle kulturelle Angebot recht dünn. Hinter den Kulissen allerdings entdeckt man ein ungeahntes kreatives Potenzial. Die wenigen Konzerte, Jam Sessions und Poetry-Slams haben ein erstaunliches Niveau. Allerdings fehlen den Künstlern die Plattformen. Eine Musikindustrie ist im Land quasi nicht existent. Bands, die eine CD produzieren wollen, nehmen diese zumeist für teures Geld im benachbarten Südafrika auf oder müssen sich mit schlechtem Equipment abfinden.

Einer der wenigen Förderer der botswanischen Musiker ist Oliver Groth. Er ist Besitzer des Kulturzentrums Botswanacraft (Gaborone), wo regelmäßig Konzerte und Festivals stattfinden. Als er Peter Herrmann & Co. im Frühjahr anfragte, ob das Trio abermals auf einem Festival spielen wollen, gab es kein langes Überlegen. Allerdings würde man diesmal alles daran setzen, gute Tonaufnahmen mit zurückzubringen.

Dank Unterstützung von Ralf Gräbe, Produktmanager beim Marburger Musikinstrumenten-Vertrieb »Musik & Technik«, konnte man Anfang September quasi mit einem kompletten Studio (sechs Koffer voller Instrumente und Elektronik) reisen.

Gleich am ersten Abend waren die Reisenden zu einer CD-Präsentation der Sängerin Nnunu Kamogotsie eingeladen. Nnunu ist eine der drei »Women of Jazz«, gehört zur ersten Garde der Szene. Was dort auf der Bühne stattfand, war von allerhöchster Güte und kann sich mit internationalen Produktionen messen. Steve Kekana, ein Aushängeschild der Musik Südafrikas, gestaltete das Vorprogramm. In der Pause und nach der Show lernte Herrmann – dank Oliver Groth – fast alle angesagten Musiker des Landes kennen. Weitere »Women of Jazz«, Kearoma Rantao und Punah Gabasiane sowie Shanti Lo, der einzige »Star«, der auch im Ausland erfolgreich ist, und Banjo Mosele, dessen Musik inzwischen ständig auf Peter Herrmanns Ipod läuft, kamen hinzu. »Interessanterweise wussten alle, wer wir waren und was wir vorhatten«, heißt es in den Aufzeichnungen.

»Mogopong« heißt der Raum im Botswanacraft, der kurzerhand zum Studio umfunktioniert wurde. »Mogopong« bedeutet in der Landessprache Setswana so etwas wie Eintopf – und »Mogopong« wird die CD heißen.

»Eigentlich war es meine Idee, möglichst viele gute Musiker in unser kleines Studio zu holen, um so viele musikalische Eindrücke wie möglich zu erfassen und mit nach Hause zu nehmen«, resümiert Herrmann.



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Artikel vom 02.11.2012 - 23.44 Uhr
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