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Lollar ist ein bedeutender Industriestandort

Artikel vom 16.01.2008 - 17.53 Uhr

Lollar ist ein bedeutender Industriestandort

Vom Straßendorf zum Industriestandort – die Geschichte von Lollar, mit Stadtrechten seit 1974 und zurzeit rund 10 500 Einwohnern, lässt sich auf vier Wörter verkürzen, erschöpft sich damit aber selbstverständlich nicht. Erstmals wurde die Lahn- und Lumdastadt urkundlich 1242 erwähnt, war aber wohl schon in vorfränkischer Zeit, vor 500, besiedelt und ist damit älter als Gießen und die Burgen Gleiberg und Staufenberg.
Schloss Lollar Friedelhausen
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Schloss Friedelhausen
© GAZ
Gerichtsort war Lollar von 1570 bis 1821. Seit 1711 durfte ein Brückenzoll erhoben werden, an den im Stadtwappen mit Brücke, Pferdekopf und Münze erinnert wird. Die moderne Zeit begann 1850 mit der Inbetriebnahme der Main-Weser-Bahnstrecke. 1854 gründete Justus Kilian die Hedwigshütte, 1861 ging das Kleinunternehmen an die Firma Buderus über.

Die Entwicklung zum industriellen Schwerpunkt zwischen Gießen und Marburg ließ sich nicht aufhalten und brachte neben den Lollarern ungezählten Menschen aus der Umgebung für Jahrzehnte Arbeit und Brot. Das heutige Werk Lollar der Bosch-Buderus-Thermotechnik (BBT) GmbH ist nach wie vor der größte Arbeitgeber und sichert den zentralen Standort derzeit mit dem Bau eines millionenschweren Informations- und Schulungszentrums. Geprägt wird die Stadt von mehr als 500 Gewerbe-, Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben. Als weit über Lollar hinaus bedeutsame Unternehmen entwickelten sich in den vergangenen Jahrzehnten aus kleinsten Anfängen unter anderem die Firmen Engel & Jung (Lacke) und Köhler & Ziegler GmbH (Energie- und Umwelttechnik).

Die Stadt Lollar mit Odenhausen (Ersterwähnung 1255), Ruttershausen (Ersterwähnung 1256) und Salzböden (Ersterwähnung 755) ist heute Sitz der zweitgrößten Gesamtschule (Clemens-Brentano-Europaschule) im Landkreis Gießen und zweier Grundschulen und verfügt über fünf Kindergärten, Bürgerhäuser/Gemeinschaftshäuser in jedem Stadtteil, ein reiches Vereinsleben und ein Jugendzentrum. Jährlich wird am letzten Wochenende im August der "Autofreie Sonntag im Lumdatal" und am ersten September-Wochenende der Schmaadleckermarkt gefeiert. Zweimal war die Stadt bereits Etappenort der "Internationalen Hessen-Rundfahrt" bzw. der "Drei-Länder-Tour" der Radprofis.

Historisch bedeutsam sind die evangelischen Kirchen auf dem Kirchberg (Ruttershausen), in Odenhausen und in Salzböden, das Hofgut Friedelhausen (Odenhausen) als landwirtschaftlicher Betrieb für Menschen mit Behinderung, die neugotische Buderus-Villa, der Gichtturm oder das Eisengießerdenkmal. Die kleine Lollarer Dachreiterkirche wurde, was heute vielfach bedauert wird, abgetragen und im Freilichtmuseum "Hessenpark" bei Neu Anspach im Taunus wiedererrichtet. Lollar ist in die Förderprogramme "Die soziale Stadt" und "Lokales Kapital für soziale Zwecke" und Ruttershausen in das Programm "Dorferneuerung in Hessen" aufgenommen. Eine langjährige Partnerschaft wird mit Brassac-les-Mines (Frankreich) unterhalten.

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Artikel vom 16.01.2008 - 17.53 Uhr
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