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Lollar: Wegen Bahnunterführung nach Bonn

Artikel vom 13.08.2010 - 14.12 Uhr

Lollar: Wegen Bahnunterführung nach Bonn

Lollar (mb). Zwar ließ die Reaktion rund einen Monat lang auf sich warten, aber sie ist »erfreulich«. Der Bürgermeister der Stadt Lollar, Dr. Bernd Wieczorek, ist erfreut, dass wegen der Bahnüber- bzw. Bahnunterführung am Haltepunkt Friedelhausen der Deutschen Bahn AG ein Besprechungstermin beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) vereinbart werden soll.
Ein Vertreter der DB Netz AG, Regionalbereich Mitte, Anlagenplanung, Fachplanung sonstige Gewerke, teilte sowohl der Kreisverwaltung in Gießen als auch dem Lollarer Bürgermeister mit, die Erneuerung der Eisenbahnüberführung am Haltepunkt Friedelhausen über die Kreisstraße 26 solle bei der zuständigen Abteilung des Ministeriums in Bonn erörtert werden. Offensichtlich ist vorgesehen, den Vertretern des Landkreises und dem Bürgermeister zu erläutern, wer laut Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKrG) welche Kosten zu tragen hat, wie eine Vorteilsausgleichszahlung zu regeln ist und welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen. Die Kreisverwaltung und der Bürgermeister wurden gebeten, zeitnahe Terminvorschläge zu machen und die Teilnehmer der Besprechung in Bonn zu benennen. Nach Möglichkeit solle die Besprechung noch in diesem Monat stattfinden, hieß es.

Für den 7. Juli hatte Bürgermeister Dr. Wieczorek zu einem Ortstermin an die Bahnunterführung aus dem Jahr 1847 neben dem Pendlerparkplatz am Haltepunkt Friedelhausen eingeladen. Dorthin gekommen waren Stadtverordnetenvorsteher Hans Peter Zecher, die Fraktionsvorsitzenden Norman Speier (SPD), Gerald Weber (CDU) und Helmut Zecher (Freie Wähler) sowie als Vertreter des Landkreises der Kreisbeigeordnete und Baudezernent Siegfried Fricke und der Leiter des Fachbereichs »Schule, Bauen und Sport«, Mario Rohrmus. Der Bürgermeister sprach von einem Schildbürgerstreich, den es zu verhindern gelte, der Kreisbeigeordnete von »völligem Unsinn«, wenn die nur 3,70 Meter breite Unterführung so schmal belassen und »eins zu eins« saniert werden sollte.

Alle Teilnehmer des Ortstermins verlangten, mit der beabsichtigten Sanierung der Unterführung unbedingt deren Verbreiterung und die Anlage eines wenigstens 1,50 Meter breiten einseitigen Gehweges zu verbinden. An der Kreisstraße 26, die unter der Main-Weser-Bahnstrecke verläuft, befindet sich keinerlei Gehweg.

Hervorgehoben wurde von Dr. Wieczorek und Fricke gleichermaßen, dass die Verbreiterung des Durchlasses und der Gehwegbau den Kunden der DB AG und deren Sicherheit diene. Vom Pendlerparkplatz und damit auch von Odenhausen her ist der Haltepunkt nur zu erreichen, indem - auch bei Nacht und Nebel, versteht sich - durch die Unterführung gegangen wird.

Grundsätzlich ist die DB AG offenbar zu einer Verbreiterung bereit, nicht jedoch zu ihren finanziellen Lasten. Einschließlich Verbreiterung wurden 1,54 Millionen Euro als Gesamtkosten der Sanierung genannt. Den Betrag soll der Landkreis Gießen als Baulastträger der Kreisstraße 26 aufbringen und nach dem Abschluss der Bauarbeiten von der DB AG eine so genannte Vorteilsausgleichszahlung in Höhe von 1,1 Millionen Euro zu erhalten. Der Landkreis hätte - was alle Teilnehmer des Ortstermins ablehnten - damit 440 000 Euro für Verbesserungen zu zahlen, die nahezu ausschließlich den Kunden der DB AG zugute kommen.

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Artikel vom 13.08.2010 - 14.12 Uhr
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