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23.04.2010 - 19.00 Uhr
Lollar: Energetische Sanierung der Sporthalle Süd zu teuer
Lollar (vh). Dass die Stadt Lollar die energetische Sanierung der Sporthalle Süd nun doch nicht in Angriff nehmen soll, darüber bestand zwischen Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek und den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Naturschutz, Umwelt und Bauen (SNUB) Einigkeit. Jedenfalls nicht nach dem Ursprungsplan gemäß Bund/Länder-Förderprogramm zur energetischen Modernisierung sozialer Infrastruktur.
Nach Abzug der Zuschusszahlung hätte die Stadt immerhin 400 000 Euro Eigenanteil stemmen müssen. Einstimmig schmetterte der SNUB im Mehrzweckraum des Bürgerhauses diesen Plan ab.
Der Rathauschef blickte kurz zurück: Man habe sich aus Termingründen rechtzeitig um die Aufnahme der Sporthalle Süd in das Förderprogramm bemüht und bereits den Zuwendungsbescheid erhalten. Wenn zwischenzeitlich festgestellt worden sei, dass das Vorhaben gemäß dem Ursprungsplan nicht sinnvoll sei, müsse der Versuch als gescheitert gelten. Dazu habe sich mitnichten auch der Magistrat durchgerungen. Allerdings blickte Dr. Bernd Wieczorek sogleich wieder nach vorne und teilte mit, dass bei Bund und Ländern noch abrufbare Fördermittel für energetische Sanierung bereit stünden und die Stadt unter Umständen in das Bürgerhaus und andere Vorhaben investieren wolle. Darüber werde jetzt im städtischen Bauamt nachgedacht.
Der stellvertretende SNUB-Vorsitzende Hartmut Bierau (SPD) hatte den Reigen der Argumente kontra energetische Sanierung für 400 000 Euro eröffnet. Aus seiner Sicht halte sich der zu erwartende Einsparungseffekt mit 8000 Euro jährlich (laut Planerin Stefanie Muskau) in Grenzen. Bei einem Hallenalter von 26 Jahren und der zu erwartenden Nutzungsdauer bis zu 60 Jahren sei bis dahin keine Amortisierung zu erwarten (34 Jahre mal 8000 Euro macht 272000 Euro). Bierau schlug vor, einen kostengünstigeren Weg zu finden, ebenso Horst Haase (CDU). SNUB-Vorsitzender Helmut Zecher (FW) meinte, man solle die Hallennutzer (etwa Vereine) nach deren Vorschlägen befragen. Das städtische Bauamt könne eine allgemeine Mängelliste erstellen - was später vom SNUB beschlossen wurde - und die jeweilige Dringlichkeit dazu notieren. Arthur Wagner (SPD) benannte als Beispiel renovierungsbedürftige Duschräume. Der laut Förderregeln auszustellende Energieausweis arbeite mit einer Energiekennzahl im Bezug auf umbaute Kubikmeter. Rechne man aber nach dem tatsächlichen Energieverbrauch, falle diese Zahl niedriger aus. Harald Pusch (SPD) schlug vor, zunächst die Flachdachbereiche neu mit Folie abzudecken und zu dämmen. Zecher benannte die derzeit unflexible Heizungsregelung als dringend verbesserungsbedürftig. Seinen einzigen Fürsprecher hatte der Ursprungsplan in Karl-Günther Lattermann (FDP), der ausführte, dass die 400 000 Euro Investivkosten mindestens einen halb so großen Betrag für künftige Reparaturen einsparen helfe, sodass die Stadt eigentlich nur 200 000 Euro zahle. Eine Verschwendung sei die Investition in seinen Augen nicht.