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Kormoran im Salzbödetal hat schlechte Karetn

Artikel vom 09.03.2010 - 03.00 Uhr

Kormoran im Salzbödetal hat schlechte Karetn

Gießen/Lollar (pm/bf). Alles andere als erfreut hat der Naturschutzbund-Kreisvorsitzende Dr. Achim Zedler aus Fernwald Äußerungen des Landesverbandes der Sportfischer zur Kenntnis genommen, der behauptet hatte, in Hessen gebe es deutlich höhere Winterbestände des Kormorans, als von NABU und HGON während einer landesweiten Zählung Mitte Januar festgestellt.
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Die Sportangler könnten diese Auffassung nicht belegen, schreibt Zedler in einer Pressemitteilung vom Wochenende. »Wenn sie angeblich höhere Zahlen bei der gleichzeitigen - und nicht um einen Tag versetzten - Zählung registriert haben, sollten sie diese offenlegen. »Wo genau wurden wann wie viele Kormorane festgestellt?«

Verärgert hat Zedler zudem, dass behauptet werde, die Zählung der Sportangler sei »wissenschaftlich begleitet« worden. »Wir hatten eine Großzahl an, auch hauptberuflich tätigen, Biologen in unseren Reihen haben, die auch an den Zählungen mitwirkten.« Zedler selbst ist einer der Sprecher der Landes-AG Ornithologie im NABU Hessen und Mitglied der Avifaunistischen Kommission in Hessen.

Abstrus auch der Ansatz, die Naturschützer hätten nur an den bekannten Stellen gezählt. »Das stimmt nicht. Uns ist natürlich bekannt, dass die Kormorane bei Eis ihre traditionellen Übernachtungsplätze aufgeben und sich in vielen kleinen, zersplitterten Grüppchen etwa entlang der Fließgewässer verteilen. Dem haben wir beim Zählen Rechnung getragen.«

»Wie unwissenschaftlich die Angler oftmals argumentieren«, zeigt sich laut Zedler an öffentlichen Äußerungen des Angelvereins Lollar, der sage, der Kormoran bedrohe die Bachforellen in ihrem Bestand. Das könne so nicht stehenbleiben: »Nach vielen Untersuchungen mit Nahrungsanalysen werden Edelfischarten gerade nicht besonders geschädigt.« Vielmehr fresse der Kormoran als Opportunist das, was er bekomme, ohne besondere Vorlieben für bestimmte Fischarten. Ergo: Häufige Arten werden häufig erbeutet - und seltene Arten selten.

Dass für die Salzböde die Abschusszahl von 15 auf 25 Kormorane erhöht wurde, während zeitgleich Nordrhein-Westfalen die Einstellung der Jagd auf den Kormoran verfügt habe, mache mehr als nachdenklich. Gibt es überhaupt einen fachlichen Grund? »Die Salzböde wird überhaupt nicht stark vom Kormoran frequentiert. Wenn man den Bach entlang fährt, sieht man in der Regel nur wenige Vögel, was dieser Bach durchaus verkraften kann«, so Zedler. Die Salzböde sei keineswegs »ein bevorzugtes Jagdgewässer des Kormorans. Dafür ist der Bach viel zu klein.« Dort werde keine Fischwirtschaft betrieben: Die Bestände von Bachforelle und Nase seien »überhaupt nicht gefährdet«, die von Barbe und Äsche »in einem guten Erhaltungszustand«.



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