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»Kein schöner Land« 2.0

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Artikel vom 27.10.2014 - 10.34 Uhr

»Kein schöner Land« 2.0

Lollar/Marburg (ik/bf). Bossa Nova trifft Johannes Brahms: Dago Schelin kleidet deutsche Lieder in brasilianischem Gewand. Ein hochinteressantes Musikprojekt entsteht. Arbeitstitel: »Rosas Heft«.

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Alte Musik, neues Projekt: Im Tonstudio am Kirchberg arbeiten Dago Schelin (links) und Peter Herrmann an ersten Songs für »Rosas Heft«.
© Red
Dago Schelin ist »brasiliadeutsch«. Seine Vorfahren wanderten Anfang des 19. Jahrhunderts von Leipzig nach Südamerika aus, er selbst wuchs in São Paulo auf und lebt seit einem Jahr in Marburg. Mit dem Wiedererlernen der deutschen Sprache kehrte die Erinnerung an Lieder seiner Kindheit zurück. Lieder, die einst seine Mutter für ihn sang – die sie selbst viele Jahre zuvor als kleines Mädchen von der Oma gehört hatte.

Einige dieser Musikstücke sind Klassiker, etwa »Guten Abend, gute Nacht« von Johannes Brahms. Andere Lieder sind selbst beim quasi allwissenden Google unauffindbar. Viele Melodien gerieten hierzulande längst in Vergessenheit. Doch sie wurden von deutschen Einwanderern und ihren Nachkommen in Brasilien sorgsam verwahrt.

Als öffne man eine Zeitkapsel

Einige dieser Lieder hat Schelins Uroma Rosa Hetzel vor rund 100 Jahren in einem Heft aufgeschrieben. Diese wertvollen Erinnerungen an einen wichtigen Bestandteil der deutschen Kultur, konserviert in altmodischer Art, ermöglichen heute nun ein hochinteressantes Musikprojekt. Arbeitstitel: »Rosas Heft«.

Es geht nicht um Sehnsucht oder Nostalgie, sondern vor allem um die Wertschätzung für das, was schön ist. Und dazu zählt im konkreten Fall die Fusion von Bossa Nova mit deutschen Texten.

Dago Schelin lebt seit Anfang 2013 mit seiner Frau und der vierjährigen Tochter in Marburg. Dort an der Philipps-Universität promoviert er im Fachbereich Medienwissenschaft. Eine feste Größe in seinem Leben ist die Musik. Die Suche nach deutschen Musikern, die mit moderner brasilianischer Musik vertraut sind, brachte den 37-Jährigen mit Peter Herrmann zusammen. Der Bassist und Musikproduzent, der auf dem Kirchberg bei Lollar ein Tonstudio betreibt, hatte bereits in verschiedenen Formationen lateinamerikanische Musik gespielt.

In den vergangenen beiden Jahren brachte Herrmann zudem mit »Kultursommer Mittelhessen«-Unterstützung Musiker aus Afrika mit Kollegen aus der Region zusammen und organisierte zwei überaus erfolgreiche Tourneen (Kalahari Roses, Afro-Kunda). Nun also Lateinamerika …



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Artikel vom 27.10.2014 - 10.34 Uhr
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