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Ensemble Tempo Vivo gibt Konzert in Friedelhausen

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Artikel vom 28.10.2014 - 09.11 Uhr

Ensemble Tempo Vivo gibt Konzert in Friedelhausen

Lollar (vh). Manch einer hat einen Knick in der Optik, aber die Laute hat einen im Hals. Eigentlich, könnte man meinen, ist es ein bedauerliches Instrument; es sieht aus als sei ein Auto drüber gefahren. Völlig falsch, denn die Knickhalslaute ist das Saiteninstrument der Renaissance (1500 bis 1620).

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Sabine Urbach (Viola da Gamba), Gabriele Janneck-Detring (Laute), Christiane Rehahn (Sopran) als Ensemble Tempo Vivo im Rittersaal des Hofguts (von links).
© Volker Heller
Wegen ihres besonderen Klanges soll von der Laute eine besondere Magie ausgehen. Verstärkt um die Viola da Gamba (kurz Gambe, 15. bis 18. Jahrhundert) fasziniert dieser Klang gleich doppelt – zu sehen und zu hören am Sonntagvormittag bei einem Matineekonzert im Hofgut Friedelhausen.

Geistliches und Weltliches

Auch die Gambe ist so ein merkwürdiges Musikwesen, zu groß für eine Violine und zu klein für das Violoncello. Außerdem haben Laute und Gambe beide viele Saiten, die Laute sogar Saitenpaare, müssen daher öfters mal gestimmt werden. Beide Instrumente passen zueinander, da sie heute aus der Mode gekommen sind. Zusammen mit einer Sopranstimme gibt das eine völlig andere Klangkulisse als mit Klavier.

Das Ensemble Tempo Vivo (deutsch: lebendig) aus dem Vogelsberg gab das Konzert im Rittersaal des Hofguts Friedelhausen. Christiane Rehahn (Sopran) sang weltliche Lieder, meist Liebesthemen, auf Englisch, Spanisch und Französisch sowie geistliche auf Latein – und alles immer aus der Renaissancezeit. Gabriele Janneck-Detring spielte dazu die Renaissance-Laute, Sabine Urbach eine Viola da Gamba. Zwischendrin gab es kurze Stücke für die Instrumente solo.

Das geschah in reizvoller Art und Weise dank Rehahns schmeichelndem Sopran. Das Kunstlied ist in der Epoche erst so richtig im Entstehen begriffen und daher seine Interpretation nicht die leichteste Übung. Das macht kaum noch jemand. Einige Beispiele. Von John Dowland (England) »Fine knacks for ladies«, Diego Ortiz (Spanien) »Recercada primera«, Jaques Maudit (Frankreich) »Eau vive, source d’amour« und Claudio Monteverdi (Latein) »Salve Regina«.

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Artikel vom 28.10.2014 - 09.11 Uhr
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