Bürgermeisterdirektwahl: Dr. Bernd Wieczorek einziger Kandidat
Lollar (mb). Nur noch 15 Tage - dann ist Bürgermeisterwahl in Lollar. Der Direktwahl am 12. September stellt sich ein einziger Kandidat: Amtsinhaber Dr. Bernd Wieczorek (52), parteilos. Inzwischen können ihn die Wahlberechtigten in Lollar, Odenhausen, Ruttershausen und Salzböden auf Plakaten ansehen. Darüber hinaus gibt es einen Handzettel, auf dem großartige Versprechungen nicht zu finden sind. »Weiter für Lollar« kündigt Dr. Wieczorek an. Er sichert politische Unabhängigkeit, Verlässlichkeit und neue Ideen zu.
Die Plakate des einzigen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl am 12. September hängen - hier schräg gegenüber der Einmündung Lumdastraße/Marburger Straße - wenige Schritte vom Schmaadlecker entfernt. (Fotos: Geck)
»Wählen gehen!« bittet und fordert er. Er hofft, dass die Wahlberechtigten am 12. September nicht etwa unter dem Motto »Der wird ja sowieso wiedergewählt« zu Hause bleiben. Die Wahlbeteiligung ist ihm wichtig. Der Bürgermeister wünscht, dass in Lollar, in Odenhausen, in Ruttershausen und in Salzböden deutlich und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht wird, dass die Bevölkerung - ebenso wie die Mehrheit der Kommunalpolitiker - hinter ihm steht und zur Unterstützung seiner Bemühungen bereit ist. In der Bürgerversammlung am 17. August im Dorfgemeinschaftshaus Salzböden hatte Stadtverordnetenvorsteher Hans Peter Zecher (Freie Wähler) ausdrücklich darum gebeten, am 12. September zur Bürgermeisterwahl zu gehen.
Auf dem Handzettel lässt der Amtsinhaber die Bevölkerung wissen, dass er sich am 12. September erneut als unabhängiger und parteiloser Kandidat zur Wahl stellt: »Meine Entscheidung, ein weiteres Mal zu kandidieren, hängt wesentlich damit zusammen, dass in Lollar ein sachorientiertes politisches Klima herrscht. Dies ermöglicht ein erfolgreiches und am Gemeinwohl orientiertes Arbeiten.« Dr. Wieczorek teilt mit: »In den letzten sechs Jahren habe ich als Bürgermeister von Lollar sehr viel Zuspruch erfahren. Ich lege großen Wert darauf, ein offenes Ohr für Anregungen, Wünsche und konstruktive Kritik zu haben und mich persönlich um die Belange der Bürgerinnen und Bürger zu kümmern.«
Als Themen, die ihn und alle weiteren Kommunalpolitiker auch künftig beschäftigen werden und große Herausforderungen darstellen, nennt er den demografischen Wandel, die Kinder- und Jugendförderung, die städtebauliche Entwicklung, die Haushaltskonsolidierung, die Stärkung der heimischen Betriebe sowie die Integration aller Bürgerinnen und Bürger.
Schließlich heißt es: »Mit Blick auf die gegenwärtige Finanzsituation unserer Kommune verbietet es sich, großartige Wahlversprechen zu machen, die unsere Stadt langfristig belasten würden. Alle Neuinvestitionen müssen weiterhin auf ihre Notwendigkeit und ihre Nachhaltigkeit geprüft werden, um so auch in Zukunft noch Handlungsspielräume zu haben.«
Als »wesentliche Dinge«, die in der bisherigen Amtszeit seine Anliegen waren und es auch in Zukunft sein werden, bezeichnet Dr. Wieczorek im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung« die Gewerbeansiedlung, die städtebauliche Entwicklung, die Ausgestaltung einer bürgernahen und kundenorientierten Stadtverwaltung, die an jedem Tag und mittwochs ganztags geöffnet hat, die Kinder-, die Jugend- und die Vereinsförderung sowie die Maßnahmen, die möglich waren und sind, weil der Stadtteil Lollar in das Bund-/Länderförderungsprogramm »Die soziale Stadt« aufgenommen ist. In der Rückbetrachtung sagt er, dass er sicher nicht alle Vorstellungen durchsetzen und sicher nicht alle Wünsche erfüllen konnte, aber doch einen vergleichsweise großen Teil, mit dem er zufrieden ist. Sogleich erwähnt er in diesem Zusammenhang das Verdienst der Lollarer Kommunalpolitiker, die »weitgehend doch zusammen gegangen sind« und ihm seine Amtsführung »nicht besonders schwer gemacht«, sondern in »wesentlich unterstützt« haben. Ein nicht erfüllter Wunsch ist das Bürgerbüro. Dass es finanziell und politisch »nicht durchsetzbar« war, akzeptiert er.