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Ausgezeichnete Mediothek an der CBES

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Artikel vom 21.11.2014 - 11.11 Uhr

Ausgezeichnete Mediothek an der CBES

Das Projekt »Lesen verzaubert« wurde am Montag vom hessischen Kultusministerium mit dem Hessischen Leseförderpreis 2014 ausgezeichnet. Die Gießener Allgemeine Zeitung nimmt dies zum Anlass, das Projekt genauer vorzustellen.

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In der Mediothek der CBES wartet jede Menge Lesestoff auf die Kinder.
© Patrick Dehnhardt
Lollar/Staufenberg (pad). Seit sieben Jahren gibt es die Stadt- und Schulmediothek der Clemens-Brentano-Europaschule in Staufenberg. Fast genauso lange existiert das Projekt »Vorlesen verzaubert«, mit dem man Kindern den Spaß an Büchern vermitteln möchte. Über die Jahre hat sich das Konzept zum Erfolgsmodell gemausert, was sich auch an den steigenden Teilnehmerzahlen ablesen lässt. Dafür erhielt die Mediothek als eines von vier Projekten am Montag in Frankfurt den »Hessischen Leseförderpreis 2014« (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete), verbunden mit einem Preisgeld von 3000 Euro.

Wenige Tage nach der Verleihung ist man in Lollar noch immer von diesem Moment begeistert. »Das ist eine große Ehrung und Anerkennung unserer Arbeit«, sagte Christel Neumeier. Sie ist eine von 16 ehrenamtlichen Vorlesern, die abwechselnd jeden Donnerstag um 15 Uhr in die Bücherkiste greifen und daraus vorlesen. Ihr Lieblingsbuch ist dabei »Oh nein, Paul«, das von einem Hund handelt, der auch mal einen Kuchen frisst oder die Katze ärgert.

Lesen, Vorlesen und Reden

Die Bücher sind jeweils an das Alter der Kinder angepasst und orientieren sich an den Empfehlungen der »Phantastischen Bibliothek«. Dort wurden auch drei der Vorleser ausgebildet, sagte Neumeier. Es handelt sich sowohl um Mitarbeiter der Mediothek als auch Lehrer und motivierte Freiwillige. Nach Alter, Verständnisfähigkeit und auch Vorliebe für einen Vorleser finden sich die bis zu 32 Kinder, die zu »Vorlesen verzaubert« kommen, in kleinen Gruppen ein. Dabei richtet man sich auch – aber nicht ausschließlich – an Kinder mit Migrationshintergrund, denen so der Umgang mit der deutschen Sprache erleichtert werden soll.

Für die jüngsten Teilnehmer wird eine Reihe an Bilderbüchern vorgelegt, aus denen die Kinder auswählen können. Die älteren Kinder dürfen unter Anleitung ein Buch aus dem Bibliotheksbestand auswählen. Daran schließt sich die eigentliche Vorlesephase an, die zwischen 30 Minuten und eine Stunde dauert. Dabei wechseln sich Abschnitte des Lesens, Vorlesens und Reden über den Inhalt ab. Während die Kinder den Geschichten der Vorleser lauschen, können die Eltern in einem anderen Raum zusammensitzen und sich unterhalten. Nach dem Vorlesen gibt es die Möglichkeit, gemeinsam noch Gesellschaftsspiele zu spielen. »Da begreifen die Kinder die Spielanleitung sogar manchmal schneller als wir Erwachsene«, lachte Neumeier.

Treuepass für Kinder

Als Anreiz gibt es einen kleinen Treuepass: Pro Besuch erhält das Kind darin einen Stempel. Wenn es vier gesammelt hat, darf es sich ein kleines Geschenk aus der Zauberkiste aussuchen. Mittlerweile werden die Geschenke knapp: Waren es 2012 rund 320 junge Besucher, die insgesamt zu »Vorlesen verzaubert« kamen, hat sich die Zahl im Vorjahr mit 710 mehr als verdoppelt – und auch in 2014 reißt die Nachfrage nicht ab.

Eines der Ziele des Projekts ist es, das Interesse an Büchern zu wecken, sodass die Kinder diese auch selbst ausleihen und Zuhause lesen. Es kann als erfüllt gelten: Regelmäßig schleppen die Kinder teils kleine Berge an Lesestoff mit. Auch aus der Schule gibt es positive Rückmeldungen von Lehrern, die bemerkt haben, dass sich die Fähigkeiten und der Wortschatz einiger Kinder enorm verbessert haben. Gleichzeitig erlangen die jungen Bücherfreunde mehr Selbstsicherheit und trauen sich dann auch selbst vorzulesen – was sie bei »Vorlesen verzaubert« auch dürfen. Das Preisgeld möchte man nun unter anderem für die Anschaffung neuer Bücher für das Projekt verwenden.

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Artikel vom 21.11.2014 - 11.11 Uhr
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