Viele Bürger blickten hinter die Kulissen der Einsatzkräfte
Linden (gbp). Trotz Regenwetter gut besucht war der Tag der offenen Tür, zu dem die Freiwillige Feuerwehr Großen-Linden eingeladen hatte. Die Brandschützer boten im Feuerwehrstützpunkt ein abwechslungsreiches und informatives Programm.
Wasser aus allen Schleusen: Einsatzkräfte der Jugendfeuerwehr bekamen bei ihrer Löschübung Unterstützung von oben. (Foto: gbp)
So gab es interessante Führungen durch die Hallen, die ausgestellten Fahrzeuge waren stets von vielen Menschen umringt und begeisterten besonders die jüngsten Besucher. Musikalische Unterhaltung boten die Jugendlichen und der 74er des Musikcorps. Buchstäblich Unterstützung »von oben« erhielt die Jugendfeuer bei ihrer Löschübung unter Leitung von Jugendfeuerwehrwart Patrick Mus. Hier galt es, einen brennenden Holzstoß zu löschen.
Als es »Wasser marsch!« hieß, öffneten nicht nur die Kameraden, sondern auch der Himmel alle Schleusen. Stadtbrandinspektor Harald Bott stellte der Öffentlichkeit die beiden neuen Fahrzeuge vor, die bereits am 21. Juni in Dienst gestellt wurden (die AZ berichtete), und bereits ihre ersten Einsätze - darunter beim Brand der TV-Halle - hinter sich haben. Bei den beiden Fahrzeugen, einem Löschgruppenfahrzeug und einem Einsatzleitwagen handelt es sich um Ersatzbeschaffungen für zwei 27 Jahre und 26 alte Gefährte. Das Löschgruppenfahrzeug wurde im Rahmen einer Landesbeschaffungsaktion angeschafft, auf die Stadt Linden entfielen dafür noch 140 000 Euro. Der Einsatzleitwagen ist eines von sieben Fahrzeuge einer kreisweiten Beschaffungsaktion, die Stadt stellte dafür knapp 100 000 Euro bereit.
Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz, der noch einmal symbolisch die Schlüssel an die Verantwortlichen übergab, nutze die Gelegenheit, die Einsatzkräfte für die hervorragende Arbeit beim Brand der TV-Halle zu loben, bei dem bis zu 120 Wehrleute im Einsatz waren. Einen überaus eindringlichen Blick »hinter die Kulissen« der spektakulären Löscharbeiten dort gaben die bei dem Einsatz beteiligten Aktiven Sebastian und Alexander Weiß in einem so spannenden, informativen und verständlichen Vortrag, dass sich mancher professionelle Redner eine Scheibe abschneiden konnte. Anhand einer Bildschirmpräsentation mit vielen Fotos resümierten sie zunächst die Geschichte der 1903 erbauten TV-Halle, die 1954 schon einmal in Flammen gestanden hatte. Minute um Minute ließen sie die Brandnacht am 3. Juli Revue passieren. 15 Minuten nach dem hörbaren Blitzeinschlag war der Brand entdeckt worden, um 19.48 Uhr die Meldung unter dem - wie sich später herausstellte folgenreichen - Alarmstichwort »unklare Rauchentwicklung Sporthalle« eingegangen. Neben der detaillierten Darstellung der folgenden Löscharbeiten, die auch die Strapazen der Einsatzkräfte an dem 35 Grad Celsius heißen Abend schilderten, gingen die Referenten auf Fragen ein, die die Schaulustigen an der Brandstelle gestellt hatten: »Warum wurden die Zuschauer so weit weggeschickt?«, »Warum wurde nicht mehr Wasser auf das Hallendach gespritzt?«, »Warum lagen so viele Feuerwehrleute auf der Wiese vor der Halle herum?« oder »Warum standen so viele Feuerwehrautos in der Moltkestraße und nicht an der Turnhalle?«