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In Linden wurde »Shinnenkai« gefeiert«

Artikel vom 23.01.2012 - 20.10 Uhr

In Linden wurde »Shinnenkai« gefeiert«

Linden (gbp). Eine Vorführung japanischer Kimonos, Tänzen und einer Teezeremonie stand am Sonntag im Mittelpunkt des »Shinnenkai« genannten japanischen Neujahrsfestes, mit dem die Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) Linden-Warabi das »Jahr des Drachen« einläuteten.

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Der Kimono stand beim "Shinnenkai" in Linden im Mittelpunkt.
© gbp
Präsident Günter Weiß begrüßte in den Lindener Ratsstuben neben den DJG-Mitgliedern und den Künstlerinnen Yasuko Göhler und Gudrun Sturm, deren Werke kürzlich im Rathaus zu sehen waren, auch 16 Gäste aus Frankfurt, die in einer von Michiko Yamazaki geplanten Kimono-Schau durch die Jahreszeiten führten. Während die traditionellen Kimonos in Japan mittlerweile aus dem Straßenbild verschwunden seien, werden sie von Japanarinnen noch zu feierlichen Anlässen getragen, führte Klaus P. Kasper von der DJG Frankfurt aus. Zu der eindrucksvollen Kimono-Schau gab Mieko Schroeder interessante Erläuterungen.

In Japan habe sich auch die Kultur im Zusammenhang mit den Jahreszeiten entwickelt. Etwa in der Heian-Zeit (796 bis 1185) entstand die Kleiderwechselgepflogenheit; so stehen noch heute der 1. Juni und der 1. Oktober als »Tage des Kleiderwechsels« im Kalender. Je nach Jahreszeit sind Kimonos gefüttert oder ungefüttert und unterscheiden sich in Schnitt, Material, Farbe und Muster.

Mit dem Tanz »Genroku Hanami Odori«, der die Kirschblütenbewunderung darstellt, zeigten drei Tänzerinnen Kimonos, in denen sich die Frische des Frühlings widerspiegelt: den »Kyo-Komon« mit Kirschblütenmuster, »Kyo-Yüzen« mit Frühlingslandschaft und »Tsukesage« mit Schmetterlingen. Im Sommer, wenn in Japan Regenzeit herrscht und es heiß, feucht und schwül ist, trägt man meist ungefütterte Kimonos aus Baumwolle, Leinen oder fast transparenter Seide, deren Muster die Kühlung darstellen, kombiniert mit starken Farben wie man sie in tropischen Ländern findet. Drei Mitglieder des Deutsch-Japanischen Bon-Odori-Tanzkreises Frankfurt, der anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und Japan gegründet worden war, zeigten in sommertypischer Yukata den Tanz »Bon-Odori«, der bei keinem Sommerfest fehlen darf. »Wir hoffen mit dem Stück für die Vertiefung der Freundschaft der beiden Länder zu stärken und gleichzeitig die Katastrophenopfer des Erdbebens in Tohoku zu trösten«, so die Moderatorin. Das Thema Herbst, in dem der Kimono meist in den Farben bunter Blätter oder in »Hyoshu« genannter Kombination von Weiß und Silber gefärbt ist, wurde anhand einer Teezeremonie gezeigt, die Michiko Shigeeda, die Ehefrau des japanischen Generalkonsuls in Frankfurt, präsentierte.

Die Kimonos, die man zur Teezeremonie trägt, passen auch für weitere Feierlichkeiten: So der »Homongi« mit seinem bildähnlichen Motiv, das von unten beginnend nach oben weniger wird, oder der farbenprächtige »Furisode« mit langen oder sehr langen Ärmeln, den ledige Frauen zu formellen und offiziellen Anlässen tragen, wie zum Fest der Volljährigkeit, das jeweils am zweiten Montag im Januar gefeiert wird. Die kalte Jahreszeit mit Winterwald, Nordwind und Schnee spiegelt sich in schweren Stoffen wider, die den Eindruck von Wärme vermitteln. Zu Dezember und Januar, wenn Jahresabschluss und Neujahrsfest gefeiert werden, passen prächtige Farben mit Glück bringenden Mustern wie Kiefer, Bambus, Pflaumen oder Kraniche. Dies wurde anhand prächtiger Hochzeitsgewänder für Brautpaar, Ehevermittlerin, Brautmutter und Verwandte gezeigt. Der Bräutigam, den Klaus P. Kasper darstellte, trägt eine »Haori« (Überjacke) und eine Art Hosenrock, der »Hakama« heißt.

 

Zum Abschluss ein Neujahrstanz

 

Die Braut trägt zur Hochzeitszeremonie Weiß, die heilige Farbe des Sonnenlichts, und einen bunten Uchikake-Überwurf. Ebenso war ein farbiger Tomesode zu sehen, einer der wichtigsten Kimonos in der Truhe einer Japanerin, während nur noch wenige Japanerinnen den schwarzen, wie ihn die Brautmutter trägt, besitzen. Abschließend zeigte Yamazaki Michiko den Tanz »Tikuwazu Manzai«, mit dem das neue Jahr begrüßt wird. In der Heian-Zeit ging man von Adelsvilla zur Adelsvilla, sagte Glücksworte und tanzte. Im Anschluss an die Darbietungen gab es ein Büfett, das DJG-Mitglied Erie Weller mit japanischen Speisen bereicherte: einem Salat namens »Gomoku Shushi« mit Gemüse, Reis und Thunfisch, »Yakibuta« genanntem Schweinefleisch in Anissoße, dem Gemüseeintopf »Nikujaga« und »Imo Youkan«, einer Nachspeise aus Süßkartoffeln.

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Artikel vom 23.01.2012 - 20.10 Uhr
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