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240 000 Euro für den Turmbau zu Limeshain benötigt

Artikel vom 02.09.2010 - 20.43 Uhr

240 000 Euro für den Turmbau zu Limeshain benötigt

Limeshain (geo). Der Limes ist Deutschlands größtes und bekanntestes archäologisches Denkmal. Wie kein anderes Monument symbolisiert er eine Epoche, die Europas Entwicklung entscheidend prägte. Kürzlich erfolgte im Limeshainer Gemeindewald der erste Spatenstich für die Rekonstruktion eines Limes-Wachturms.
Die Einmessung der Baugrube erfolgt per römischem Fußmaß.
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Die Einmessung der Baugrube erfolgt per römischem Fußmaß.
Bürgermeister Adolf Ludwig bezeichnete das Projekt als kulturelle Bereicherung für Gemeinde und Region. Eine wesentliche Aufgabe sei es, die Kultur der Region für die Bürger mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Die Aufnahme des Limes in die Welterbe-Liste biete für Kreise, Städte und Gemeinden nicht nur die Chance, ihre kulturellen Schätze verstärkt touristisch zu nutzen - sie sei auch eine zusätzliche Verpflichtung gegenüber dem historischen Erbe.

Die Reste des römischen Grenzwalls führen in Limeshain durch den Gemeindewald und sind noch gut erhalten. »Seit 1999 überlegen wir, einen der ehemaligen Wachtürme zu rekonstruieren«, sagte Ludwig. Die Idee sei vom Geschichts-und Kulturverein ausgegangen und werde von einer breiten politischen Mehrheit getragen. Der Wetteraukreis und das Landesamt für Denkmalpflege leisteten wissenschaftliche Unterstützung.

Für den Turmbau sprächen vier Gründe: So führe Limeshain als einziger Anrainer am Welterbe den Limes im Namen und den Turm im Wappen. In der östlichen Wetterau finde sich keine Turmrekonstruktion, die dem Besucher das Aussehen der ehemaligen Grenzanlagen verdeutliche. Die Rekonstruktion passe zudem gut in das touristische Konzept und bilde eine sinnvolle Ergänzung zur »Archäologielandschaft Wetterau«.

In Deutschland gebe es aktuell 22 rekonstruierte Wachtürme. Der experimentell-archäologische Ansatz bei der Errichtung des Turms soll das Wissen über ein derartiges Bauwerk erweitern. So sollen während des Baus alle Arbeitsschritte dokumentiert werden. »Mit der Nähe zum neuen Keltenmuseum auf dem Glauberg wird für den geschichtsinteressierten Besucher ein interessanter Anlaufpunkt am Limes geschaffen«, sagte Ludwig.

»Geschichte gibt uns allen Identität. Deshalb müssen wir das Erbe pfleglich in die nächste Generation tragen«, stellte Landrat Joachim Arnold fest. Die stellvertretende Landesarchäologin Dr. Vera Rupp machte deutlich, dass sich in der Wetterau als Durchzugsgebiet früh Kultur entwickelte. Stine Kockrick, Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins, wies darauf hin, dass der Turmbau noch nicht vollständig finanziert sei. Die Gesamtkosten für die Rekonstruktion betragen knapp 240 000 Euro. Das Projekt (Bauzeit: drei Jahre) wird dank des Regionalen Entwicklungskonzepts des Vereins Oberhessen mit EU-Mitteln in Höhe von 120 000 Euro gefördert.



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Artikel vom 02.09.2010 - 20.43 Uhr
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