Lich (mlu). Die Langsdorfer Narhalla wird renoviert, aber der Weiberfasching fand am Freitagabend trotzdem statt, im ausverkauften Licher Bürgerhaus. Unter dem Motto »Durchgeknallt im Märchenwald« präsentierte die Langsdorfer Tanzgruppe »Girls Go Wild« ein schrilles Programm, das von Isabell Litzner als Dornröschen und Christine Schleer als mutiger Prinz mit Witz und Charme moderiert wurde.
»Fluch der Karibik«: Stehende Ovationen für den Piratentanz von »Girls Go Wild«. (Fotos: mlu)
Lich (mlu). Die Langsdorfer Narrhalla wird renoviert, aber der Weiberfasching fand am Freitagabend trotzdem statt, im ausverkauften Licher Bürgerhaus. Unter dem Motto »Durchgeknallt im Märchenwald« präsentierte die Langsdorfer Tanzgruppe »Girls Go Wild« ein schrilles Programm, das von Isabell Litzner als Dornröschen und Christine Schleer als mutiger Prinz mit Witz und Charme moderiert wurde.
Männliche Rotkäppchen in Strapse bedienten die Gäste und machten auf Geheiß auch Männchen, sofern sie nicht gerade ein Tänzchen wagten. Um die närrischen Weibsleut in Stimmung zu bringen, begann der Abend in der mit Ballongirlanden und Märchenkulissen dekorierten Halle mit einem Aufwärmtanz zum Zwergenlied, dem zu bekannten Melodien wie dem Tatort-Intro, Falkos »Kommissar« oder Criminal-Tango eine detektivische Tanzeinlage der Langsdorfer »Speedys« (TV Langsdorf) folgte. Ebenfalls im Medley-Stil zeigten die Langsdorfer Märchenfrauen in einer Playback-Show, wie sich die Geschichte vom Rotkäppchen wirklich zugetragen hatte. In der Bütt erwies Andrea Thalacker als »Witfraa« dem schlüpfrigen Humor ihre Referenz und machte keinen Hehl daraus, was von den Männern zu halten ist - man war ja unter sich und das Johlen in den hohen Stimmlagen bestätigte die geteilte Meinung.
Akrobatisch anspruchsvoll war die Darbietung der Gastgeber »Girls Go Wild«, die im Piraten-Look überhaupt nicht albern den »Fluch der Karibik« tanzten, was ihnen stehenden Applaus einbrachte. Fürs Alberne musste der DJ der Tanzgruppe, Christoph Boller, herhalten, als er - immerhin noch mit einer Unterhose bekleidet - eine Gitarre vorm weißen Bauch die Bühne betrat, um die Halle so richtig zum Gröhlen zu bringen. Stimmungsvolle Beiträge lieferten auch Gäste wie die »Stangenröder Flammen«, die im Gardetanz die Beine hoch und höher warfen und die junge Tanzgruppe »Insane« aus Wetterfeld, die dem Zwergentanz der Menge einen wahrlich märchenhaften Schneewittchentanz entgegenhielt. Zu einer Reise nach Afrika lud die Laubacher Tanzgruppe ein. Auch die Möhnen aus Gießen gaben sich tänzerisch, nachdem sie schon beim lärmenden Einmarsch die Halle aufgewirbelt hatten. In ihrer Tanzaufführung befassten sie sich zwar nicht mit Märchen, aber mit Kinderträumen, was ja ein verwandtes Gebiet ist.
Schlager und Faschingshits gaben die »Mierndemper« aus Münchholzhausen zum Besten, eine hervorragende Gelegenheit fürs Publikum, auf die Stühle und Tische zu klettern, was allerdings noch öfter geschehen sollte. Zum Beispiel, als Jens Kühn und Thorsten Müller die neuesten Coverversionen von Hänsel und Gretel sangen. Kabarettistisches gab es von Heike Bork und Stefanie Zörb, die die Weibsleut mit lustigen Geschichten rund um das Thema Haushalt unterhielten. Kein Auge blieb trocken, als Jutta Daubertshäuser die Bühne nutzte, um - wie harmlos und doch hämisch - aus ihrem Leben zu erzählen. Ein Kasperletheater durfte im Märchenwald nicht fehlen: Sebastian Friedrich, Klaus Hadwiger und Daniel Jung erklärten auf mittelbare Weise, was sich Frauen wirklich wünschen. Den Höhepunkt des Abends gaben zum Ergötzen der Frauen die Männer von »Kerle Geh Fott«, die als Schneewittchen mit den neun Zwergen in lächerlicher Aufmachung die Bühne in Beschlag nahmen: lediglich mit Schürzchen und Gummistiefeln waren sie bekleidet. Nach dem Zwergenabschlusstanz und ausgiebigem Ballonregen sorgten DJ Christoph Boller und märchenhafte Getränke von der Schneewittchentheke und der Sterntalerbar für lange anhaltende Belustigung. Man tanzte in den Morgen und trank Flüssigkeiten, die »Froschkönig«, »Frau Holle«, »Hensel und Gretel« und irgendwie unpassend auch »fi....« hießen. Am Ende wünschten sich die Frauen bei aller Häme dann wohl doch lieber Männer anstelle von Zwergen.