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Heitere Menschen, Familien mitten im Leben

Artikel vom 12.11.2009 - 23.00 Uhr

Heitere Menschen, Familien mitten im Leben

Lich (dw). Wie ein Mensch, der sich dem Heilen verschrieben hat, zum Mörder wird, steht im Mittelpunkt eines Films, der am Mittwoch im Kino »Traumstern« erstmals öffentlich vorgestellt wurde. »Wenn Ärzte töten« lautet der schlichte, aber irritierende Titel der Dokumentation, die Regisseur Hannes Karnick persönlich vorstellte.
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Preview: Regisseur Hannes Karnick stellte am Mittwoch im Licher »Traumstern« den Film »Wenn Ärzte töten« vor. (Fotos: dw, Verleih)
Lich (dw). Wie ein Mensch, der sich dem Heilen verschrieben hat, zum Mörder wird, steht im Mittelpunkt eines Films, der am Mittwoch im Kino »Traumstern« erstmals öffentlich vorgestellt wurde. »Wenn Ärzte töten« lautet der schlichte, aber irritierende Titel der Dokumentation, die Regisseur Hannes Karnick persönlich vorstellte.

Es sind nicht die mehr oder weniger bekannten Bilder von kranken, leidenden oder toten Menschen, nicht der väterlich wirkende »Halbgott in Weiß«, der sich mit der Todesspritze über das Kinderbett beugt, die es zu sehen gibt. Dieser Film will zeigen, was man nicht sehen und noch weniger begreifen kann.

Vergnügte, heitere Menschen, Familien, die mitten im Leben stehen, sind die einzigen historischen Fotos, die in der Dokumentation gezeigt werden. Der Zuschauer kann nur ahnen, dass alle diese Menschen nicht mehr leben.

An einem weiten Sandstrand kommt ein alter Mann ins Bild. Der Psychiater und Psychologe Robert Jay Lifton hat sein Leben lang die Entwicklung der Psyche in einem historischen Kontext erforscht - zu Hiroshima, Vietnam oder zum nationalsozialistischen Deutschland.

Die »kriminelle Verkehrung von Heilung und Tötung« nennt Lifton das, was der Nationalsozialismus aus Ärzten machte. Als er 40 von ihnen rund 20 Jahre nach Kriegsende traf, machten die meisten einen gut situierten Eindruck. Von Schuldbewusstsein nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Geschichte der gelehrten Heiler schien ungebrochen.

Sichtbar beispielsweise an gut gefüllten Bücherregalen, in denen sich Werke des von den Nationalsozialisten geschätzten Biologen und Verhaltensforschers Konrad Lorenz nahtlos einfügten. Nur aus Randbemerkungen ist der Hauch eines Verantwortungsgefühls zu erahnen, etwa in der Bemerkung, froh zu sein, nun Kinder zur Welt bringen zu können.

Oder schlimmer noch, als einer der interviewten Ärzte sich mit ihm verbrüdern will, mit der Begründung, dass das, was zwischen den Deutschen und den Juden vorgefallen, nur ein großes Mißverständnis gewesen sei.



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Artikel vom 12.11.2009 - 23.00 Uhr
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