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21.09.2008 - 23.35 Uhr
Zum Festivalabschluss Klänge aus Armenien und Afrika
Lich - Mit zwei recht unterschiedlichen Konzerten ging am Wochenende das Festival »Sommer-Musik-Welten« im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge zu Ende. Am Freitag präsentierte zunächst die armenische Violinistin Lisa Kanchukh, verstärkt durch den Gitarristen Manfred König, den Kontrabassisten Bernd Gesell und den Perkussionisten Gerald Mertens, Musik ihres Heimatlandes in stimmungsvollen Arrangements.
Der traditionelle Tanz zu Beginn wurde mit einer meditativen, in engen Intervallen geführten Violinmelodie eröffnet, dann traten die anderen Instrumente hinzu. Im weiteren Verlauf wurde die Musik virtuos schnell. Ganz anders das folgende, besinnlich ruhige Stück, in dem neben der Geige auch die Gitarre und der Kontrabass solistisch hervortraten. Als recht lebhaft erwies sich ein Potpourri aus armenischen Melodien; das 2006 gegründete »KaroVan«-Quartett interpretierte es temperamentvoll, mit farbigem und transparentem Klangbild. Ebenso hörenswert ein langsames Stück mit nachdenklicher Violinmelodie über einem Kontrabass-Bordun. Leichte Melancholie erfüllte den Saal im Liebeslied »Ich muss auf den Weg«, während ein Tango ausgelassene Tanzatmosphäre herüberbrachte und dank agogisch flexibler Musizierweise spannungsreich geriet.
Nach der Pause meisterte der Perkussionist bei einem Stück mit orientalischen Einflüssen auf dem Tamburin scheinbar mühelos die dichten, dynamisch fein nuancierten Rhythmen. Heimatsehnsucht brachte das düstere armenische Leidenslied »Dle Yaman« zum Ausdruck. In einer weiteren traditionellen Komposition zog die ausschweifende Violinmelodie in den Bann. Der Schluss des Programms schlug den Bogen zum Anfang zurück: Das Ensemble brachte wiederum einen schnellen Tanz zu Gehör. Lang anhaltendem Beifall des leider nicht sehr zahlreichen Publikums folgten zwei Zugaben.
Fast ausverkauft war demgegenüber tags darauf das letzte Konzert mit dem von Sam Tshabalala, Jack Djeyim und Patrick Bebey gebildeten »All African Trio«. Die Musiker boten sowohl ausdrucksvollen, oft auf kurzen, immer wiederholten Phrasen basierenden A-cappella-Gesang als auch Songs mit Gitarren- und Schlagzeugbegleitung. Obwohl der Südafrikaner Tshabalala und die beiden Kameruner Djeyim und Bebey noch nie in dieser Formation aufgetreten waren, schien es, als hätten sie schon jahrelang gemeinsam gesungen, so vorzüglich harmonierten ihre warmen, ausgesprochen wohlklingenden Stimmen. Insgesamt bestach die Anmut und Reinheit der Harmonien. Alle drei sangen äußerst gefühlvoll, mit facettenreichem Timbre und konnten auch solistisch überzeugen. Dazu spielte Tshabalala auf der Gitarre in der Regel schlichte Begleitakkordfolgen, während Djeyim mit originellen, technisch makellosen Gitarrensoli aufwartete und Bebey an den Trommeln für das rhythmische Fundament sorgte. Von fast nüchterner Einfachheit war der Bluessong »Meadowlands«, in dem Tshabalala die Hörer zum Mitsingen animierte; bei der Zugabe ließen sich viele zum Tanzen hinreißen. Sascha Jouini