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Volles Haus beim »Heimspiel« nach fünf Jahren

Artikel vom 26.03.2009 - 22.30 Uhr

Volles Haus beim »Heimspiel« nach fünf Jahren

Lich (gbp). Nach fünf Jahren stand am Mittwoch der Brite und Wahl-Gießener Mark Gillespie mit seiner Band erstmals wieder auf der Bühne des Kino »Traumstern«, das mit seinen gut 200 Kinosesseln nahezu vollbesetzt war.
Die Mark Gillespie-Band gastierte am Mittwoch im Kino
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Die Mark Gillespie-Band gastierte am Mittwoch im Kino "Traumstern". (Foto: gbp)
Lich (gbp). Eine markante Stimme, die unter die Haut geht, kreativer »Adult Pop« von kräftigem Rock bis hin zu leisen, fast lyrischen Tönen, gepaart mit jeder Menge Improvisation und britischem Humor: Nach fünf Jahren stand am Mittwoch der Brite und Wahl-Gießener Mark Gillespie mit seiner Band erstmals wieder auf der Bühne des Kino »Traumstern«, das mit seinen gut 200 Kinosesseln nahezu vollbesetzt war. »The Story so Far - So weit die Geschichte« ist der Titel des aktuellen Programms, mit der Gillespie derzeit durch Deutschland tourt und das Publikum mit charmant-verschmitztem Geplauder, Anekdoten, Improvisationen und natürlich viel, viel Musik in seinen Bann zieht.

Mark Gillespie beginnt seine musikalische Zeitreise auf der »Traumstern«-Bühne so, wie er vor zwei Jahrzehnten, nachdem er als 19-Jähriger seine Heimatstadt Manchester verlassen hatte und als Straßenmusiker mit seiner Gitarre durch Europa zog, allein. Er plaudert von Zeiten »bevor das Ordnungsamt bescheuert wurde«, Zeiten, als »Tears in Heaven« und »Ain‘t no Sunshine« die Songs waren, die ihn ernährten, bevor er anfing, selbst zu schreiben und stimmt den Titel eines berühmten Landsmannes an: »Shape of my heart« von Sting.

Nach und nach gesellen sich die Bandmitglieder hinzu, in der chronologischen Folge, wie sie in Gillespies musikalischer Vita auftauchen: Als Erster Bassist Peter Herrmann, in dessen Gießener Tonstudio Gillespie 1996 seine erste CD - »Give it Time« - aufgenommen hat und neben der Arbeit im Studio Straßenmusik in der Stadt machte. »Bis die CD fertig wurde, kannte mich jede Sau«, erzählt er; sein erstes Konzert sei in »fünf Millisekunden ausverkauft« gewesen. Gegen Ende des Titels »Light at the End« kommt Schlagzeuger Markus Leukel dazu, dann Gitarrist Gerd Stein, der zur Band stieß, weil kein Gitarrist an einer Gitarre vorbeigehen kann: »Tess Wileys Gitarre lag im Studio herum, als er uns während der Aufnahmen zu ‘Mindless People’ besuchte«.

Mark Gillespie schafft es, selbst moderner Technik Leben einzuhauchen: In überaus kreativem Einsatz der »Loop Station« verwebt er Aufnahmen seiner Stimme, Percussion und Instrumente spielerisch in das musikalische Gefüge der Band und erzeugt ein »Bio-Playback«, das zur Not eine ganze Band ersetzen kann. Im »Traumstern musste« die »Loop-Station« für Keyboarder Oliver Jäger »einspringen« der an diesem Abend (als frischgebackener Vater durchaus entschuldigt) fehlte.

Nach der Pause präsentierte Gillespie einen weiteren musikalischen Weggefährten: Den Flötisten Tom Drost, der auf einem Straßenmusik-Festival in Würzburg von einem »Schmetterlings-Musik«-machenden »Chilenesen« zu Mark Gillespie quasi »übergelaufen« war. Seitdem treten die beiden auch als Duo auf. Im Mai 2008 wurden sie beim 5. Internationalen Straßenmusikfestival in Ludwigsburg von 35 000 Zuschauern aus 42 Gruppen zum Sieger gewählt. Drost entlockt seiner Flöte groovig-soulige, harte rockige und gefühlvoll-jazzige Töne und findet seine Paraderolle als Flötist in der Jam-Version von »Locomotive Breath«, die es am Mittwochabend als Zugabe gab. Nicht nur die Flöte, auch alle anderen Instrumente hatten im Verlauf des Konzerts in Titeln wie »God is in the Internet«, »I lost my Trust for you«, »Mindless People«, »Don’t mess around«, »Chasing Cars« oder »I miss my Mommy« brillante Parts.

Und ein ganz großes Kunststück ist es, wie Mark Gillespie - durch und durch Straßenmusiker - eine kommunikative entspannte Atmosphäre schafft und innigen Kontakt mit seinem Publikum aufnimmt, das gebannt und lächelnd in den weichen »Traumstern«-Sesseln mitpfeift, -schnippt, -summt und -singt und so selbst zum vielstimmigen Bandmitglied wird.

»The Story so far« - so weit die Geschichte . . .

*

Wer das Konzert im Rahmen der »Licher Kulturtage« verpasst hat, kann die Mark Gillespie-Band am Samstag, 28. März, um 21 Uhr im Kulturzentrum »Franzis« in Wetzlar erleben.

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Artikel vom 26.03.2009 - 22.30 Uhr
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