Lich/Gießen (us). Vor einem Jahr haben sie beide in Gießen Abitur gemacht. Heute studiert der eine Musik, der andere arbeitet für den Deutschen Entwicklungsdienst in Afrika. Für ein Hilfsprojekt bündeln sie jetzt ihre Interessen und Fähigkeiten.
»Dass für beide Seiten etwas Nachhaltiges bleibt«: Die Schule in Buea, Adressat der Zuwendung aus dem Landkreis Gießen. (Foto: bf)
Der Saxofonist Robert Laupert und sein Schulfreund Niels Stöber organisieren eine Benefiz-Konzert für Kamerun. Es findet am Mittwoch, 10. Juni, in Lich statt und vereint sechs Bands aus der Region auf der »Traumstern«-Kinobühne. Dazu gibt es vielfältige Informationen über die Entwicklungszusammenarbeit in dem zentralafrikanischen Land an der Atlantikküste, Ausschnitte aus einer 80-minütigen Dokumentation, die Niels Stöber vor Ort gedreht hat, sowie eine Kunstaktion im Kino-Foyer. Das Bild, das dabei entsteht, wird zugunsten der Hilfsprojekte in Afrika versteigert.
Niels Stöber absolviert beim Deutschen Entwicklungsdienst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Kamerun. Er betreut dort ein Projekt, in dem es um die Entwicklung eines Schulbuchs zum Thema Gesundheit und Pubertät für Grundschulen geht. Andere FSJler, die ebenfalls für den DED in Kamerun arbeiten, unterstützten gehörlose Kinder, kümmern sich um ein Waisenhaus oder helfen beim Bau einer Wasserleitung für eine Schule. All diese Projekte hat Niels Stöber in einem 80-minütigen Film dokumentiert, der in Ausschnitten während des Benefiz-Konzerts gezeigt wird.
Mit ihrem Kamerun-Projekt wollen Stöber und Laupert vor allem eines unter Beweis stellen: dass man mit beschränkten Mitteln und persönlichem Einsatz auf direktem Weg helfen kann. Dafür bedienen sie sich auch des Internets. Auf www.helepforchildren.blogspot.com halten sie alle Interessierten über ihre Arbeit auf dem Laufenden. Die Leute sollen wissen, wofür das gespendete Geld verwendet wird.
Für die Konzeption des Benefiz-Konzerts ist Robert Laupert zuständig, der befreundete Musiker angesprochen hat. Die Irish-Folk-Formation »Balladeire« ist dabei, die Gruppe »Exit«, die Samuel-Harfst-Band, Robert Laupert samt Band und dem Posaunisten Andreas Jamin, außerdem das Burkhard-Mayer-Quintett und »Rokoko« aus Wiesbaden. Sie alle treten ohne Gage auf. Dem Organsator war vor allem die Vielfalt von Stilen wichtig, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.
Wer Irish Folk mag, kommt bei »Balladeire« auf seine Kosten. »Exit« sprechen mit Alternative-Punk ein eher jüngeres Publikum an. Mit von der Partie ist außerdem Samuel Harfst, ein Gießener Singer-Songwriter, der in Australien zur Straßenmusik gefunden hat und mit seiner Band nun deutschlandweit unterwegs und erfolgreich ist. Robert Laupert und seine Band haben sich mit Jazz, Swing und Bossa Nova einen Namen gemacht und tun sich fürs Benefiz-Konzert mit dem Posaunisten Andreas Jamin zusammen. Fusion-Jazz kommt vom Burkhard-Mayer-Quintett, und die Wiesbadener Formation »Rokoko« spielt Akustik-Indie-Pop. Die Moderation übernimmt Kaweh Mansoori, der frühere Landesschulsprecher. Ein Bild, das die Künstlerin Dagmar Morgenstern am 10. Juni im Kino-Foyer malt, wird noch am selben Abend zugunsten der guten Sache versteigert.