Schulbild von 1919 erinnert an jüdische Kinder in Langsdorf
Bei dem dritten Mädchen (von links) in der zweiten und dem vierten in der dritten Reihe (mit Haarschleifen und Kleidern im Matrosen-Look) handelt es sich um die Schwestern Zessi und Emmi Oppenheimer, Töchter des Hermann Oppenheimer und der Gitta Ida geb. Grünebaum. Die Familie zog einige Monate, nachdem die Aufnahme gemacht worden war, nach Hungen. Zessi, Emmi und ihre drei Geschwister konnten dem Holocaust durch Emigration entgehen, die Eltern wurden aus Frankfurt nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert und vergast. Emmi heiratete Arthur Grünebaum und starb 1970 in Johannesburg in Süd-Afrika. Zessi war Röntgenassistentin, heiratete Willi Nelkenstock und starb 2003 in New York in den USA.
Die Mitglieder der AG wollen mit diesem Artikel auf ihre Arbeit aufmerksam machen und hoffen, dass möglichst viele Langsdorfer ihre Arbeit unterstützen. Jedermann ist herzlich zu den Treffen eingeladen. Sehr freuen würden sich die Mitglieder, wenn ihnen für ihre Arbeit Bilder, vor allem Schulbilder, Briefe, Dokumente, alte Rechnungen, Zeitungsanzeigen usw., die in irgendeiner Weise an die früher in Langsdorf lebenden Judenfamilien erinnern, zur Auswertung zur Verfügung gestellt werden würden. Nach der Auswertung werden sie selbstverständlich wieder an die Besitzer zurück gegeben. Die Ergebnisse sollen später in einer Dokumentation veröffentlicht werden, zum Gedenken an die Langsdorfer Juden soll eine Gedenkplatte oder ein Gedenkstein errichtet werden (HM).