Lich (gl). Innen Rohbau, außen bereits farbenfroh gestaltet - so präsentiert sich derzeit die Anna-Freud-Schule (AFS) in Lich. Die Sanierung und Erweiterung des Schulgebäudes wird sich jedoch länger als geplant hinziehen, denn der strenge Winter mit viel Schnee und frostigen Temperaturen hat die Arbeiten verzögert.
Die Anna-Freud-Schule in Lich. (Foto: gl)
Erst im März nach der Winterpause konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden. »Die ursprüngliche Fertigstellung und Übergabe im Sommer kann nicht eingehalten werden. Als neuer Termin sind frühestens die Herbstferien 2010 vorgesehen«, gab der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und Bauderzernent Siegfried Fricke am Donnerstag der Presse bekannt. Am gestrigen Freitag wiederholte er diese Einschätzung noch einmal bei einem Rundgang des Arbeitskreises Schule der CDU-Kreistagsfraktion.
Der Arbeitskreis unter Vorsitz von Ursula Häuser hatte sich zunächst ein Bild von der neuen Pelletsanlage im Haus der Kreisvolkshochschule gemacht und war dann zur Anna-Freud-Schule weitergezogen, wo die Architektinnen Karla Seidel und Stefanie Muskau (Wettenberg) über den Fortgang der Bauarbeiten informierten.
Wer die 1972 errichtete Förderschule vor dem Umbau kennengelernt hat, der wird nun staunen. Das einst in dunklen Farben gehaltene Gebäude der Förderschule vis á vis zur Erich-Kästner-Grundschule erstrahlt nun in sonnigen, leuchtend-kräftigen Farbtönen aus der Gelb-Orange-Palette. Die Schule hat eine neue Dachlandschaft erhalten, die mit Glaskuppeln Licht in den einstmals sehr düsteren Komplex bringen wird. Die Zimmerarbeiten am Schulgebäude werden derzeit abgeschlossen. Neu dazu gekommen sind drei ebenerdige Pavillons, die jeweils 220 Quadratmeter zusätzliche Fläche bringen. Hier werden die Ganztagsbetreuung, Naturwissenschafts-, Kunst- und Musikräume sowie Besprechungs- und Arbeitsräume für das Lehrpersonal, Büros und ein »Snuzelraum« untergebracht. Neu ist auch ein Aufzug, der die Verwaltungsetage barrierefrei zugänglich machen wird. Auch behindertengerechte Toilettenanlagen werden eingebaut.
Glanzstück neben der neuen Mensa, die auch als Begegnungsstätte gedacht ist, ist der Eingangsbereich. Wo man früher den Eindruck hatte, es falle einem die Decke auf den Kopf, herrscht nun üppige Kopffreiheit. Was die tiefgehängten Betondecken, die nun herausgenommen worden sind, früher bedeuteten, das machte Dezernent Fricke deutlich, als sich der großgewachsene Kreisbeigeordnete neben einem tragenden Deckenbalken aufstellte - Kopf einziehen war da angesagt. Doch damit soll künftig Schluss sein. Alles wird hell und geräumig ausgestattet. Wie Stefanie Muskau betonte, soll im Inneren der Schule alles in hellen Farbtönen gehalten werden: Die Böden bekommen einen silbergrauen Belag, die einstigen Klinkerwände werden weiß gestrichen beziehungsweise beflockt und Oberlichter sorgen für den nötigen Lichteinfall. Zudem wird die Schule energetisch saniert.
Die anstehenden Dachdecker- und Spenglerarbeiten werden je nach Witterungslage noch acht bis zehn Wochen in Anspruch nehmen. Erfreut nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis, dass sich trotz der witterungsbedingten Verzögerungen, die Baukosten von rund 4,1 Millionen für Sanierung und Erweiterung nicht erhöhen. Auch durch das Konjunkturprogramm wurden keine Kostensteigerungen ausgelöst, betonten die Architektinnen. Bevorzugt konnten heimische Firmen berücksichtigt werden. Die Sanierung der AFS gehört neben den Baumaßnahmen an der Laubacher Freidrich-Magnus-Gesamtschule zu den größten Maßnahmen im Investitionsprogramm des Landkreises.
Die rund 320 Schüler der benachbarten Erich-Kästner-Schule (EKS) werden - bedingt durch die witterungsbedingte Bauverzögerung an der Anna-Freud-Schule - nun noch ein bisschen länger auf die zugesagte Sanierung ihres Gebäudekomplexes warten müssen. Da auch sie wärend der Sanierungsphase, so wie derzeit die annähernd 150 AFS-Schüler, im Schulgebäude in der Jahnstraße untergebracht werden sollen, kann die EKS-Sanierung erst nach der Rückkehr der AFS-Schüler und der Herrichtung der Räume in der Jahnstraße begonnen werden. Und dies wird - bedingt auch durch die Abhängigkeit von Ferienzeiten für die Umzüge - nach Einschätzung von Fricke nicht vor Mitte 2011 der Fall sein.