Lich (mlu). Mit einem Büfett tansanischer Speisen eröffnete am Sonntagmittag Ghirmay Habton, der Wirt der Licher Gaststätte »Savanne«, die Ausstellung »Tingatinga-Malerei«. Der Begriff bezeichnet eine ostafrikanische Stilrichtung, die Ende der 1960-er Jahre von Edward Saidi Tingatinga in Dar es Salaam begründet wurde.
Ghirmay Habton, der Wirt der Licher Gaststätte »Savanne«, präsentiert »Tingatinga-Malerei«. (Foto: mlu)
Nach seinem tragischen Tod im Jahr 1972 - der Künstler wurde versehentlich von einer Polizeistreife erschossen - organisierte sich eine Gruppe von Malern in der Genossenschaft »Tingatinga Arts Cooperative Society« (TACS) mit dem Ziel, ihre Malerei im Sinne des Begründers weiterzuführen. Auf einer unlängst unternommenen Reise nach Tansania kaufte Habton eine Bilderauswahl von mehreren Malern der Vereinigung, um sie nun auf dem hiesigen Markt abzusetzen.
»Es ist ein Testlauf«, sagt er mit Blick auf weitere Kooperationen. Zu den Hauptvertretern der TACS gehören heute Mohamedi Saidi Chilamboni, Jaffari Mimus, Daudi Tingatinga, Salum Mussa, Rashidi Saidi, Yussufu Maulidi, Abdalla Saidi Chilamboni und Agnes Musidadi Mpata.
Die Ölgemälde zeigen Motive aus verschiedenen Lebensbereichen des ostafrikanischen Kulturraums: Szenen aus dem Alltagsleben, Landschaften und Tiere sowie die Religion und die Mythologie betreffende Darstellungen.
In der Formgebung an primitive Höhlenmalerei erinnernd, unterscheidet sich die Malweise von archaischer Kunst aber durch intensive Farbgebung und eine ornamentale Tendenz. Nicht von ungefähr wurde der Begriff »Tinga Tinga« von Walt Disney, BBC und Penguin für ein gleichnamiges Kinderprogramm aufgegriffen, dessen animierten Filme auf dem Stil der Tingatinga-Malerei basieren.
Die Ausstellung ist voraussichtlich für mindestens drei Wochen im Kulturrestaurant »Savanne« zu sehen.