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Riesenandrang beim A-Cappella-Konzert in Lich

Artikel vom 15.03.2010 - 02.00 Uhr

Riesenandrang beim A-Cappella-Konzert in Lich

Lich (ang). Schon eine Stunde vor Beginn bildete sich am Freitag eine lange Schlange vor dem Kulturzentrum »Bezalel-Synagoge«. Zu Beginn des A-Cappella-Konzertes »Vänersborg meets Lich« im Rahmen der Kulturtage mussten die Organisatoren zahlreiche Gäste auf einen rasch eingerichteten Zusatztermin am Sonntag vertrösten. Für viele Besucher gestaltete sich die Show als Stehparty, was der Stimmung keinen Abruch tat.
Eröffneten das A-Cappella-Konzert im Licher Kulturzentrum »Bezalel-Synagoge«: »Songlines«, der Chor der Licher Musikschule.	(Fot
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Eröffneten das A-Cappella-Konzert im Licher Kulturzentrum »Bezalel-Synagoge«: »Songlines«, der Chor der Licher Musikschule. (Fotos: ang)
Dafür sorgten zunächst »Songlines«, der Chor der Licher Musikschule. Dem Dirigenten Peter Damm, der die Gruppe im Jahr 2008 gegründet hatte und sie mit großem Engagement betreut, merkte man den Spaß deutlich an. Der Funke zum Publikum schlug bereits beim ersten Lied über, denn es galt mehrstimmig mitzusingen. Zum einfachen Text »Dab du du aahh!« lautete die Damm'sche Anleitung: »Wir singen Ihnen die einzelnen Stimmen vor. Singen Sie einfach mit oder singen Sie etwas, was dazu passt!« Und schon war man mitten drin in den Siebzigern, und »Songlines« feierten wie die »Les Humphries Singers« mit »Mama Lou« ein temperamentvolles Stimmenfest. Dass es auch melancholisch geht, bewies der Chor mit der »The Who«-Ballade »Behind blue eyes«. Alexander Knittel bediente die Gitarre, und der Chor schlug leise Töne an. Laura Eiff und Patrick Dörhöfer zeigten Soloqualitäten. Die traurige Liebesgeschichte drang flehend ins Herz des Publikums. Als Kontrast hatte man man spanische Töne im Programm. Vanessa und Sandra Jaedicke-Otero legten in iberischem Outfit eine kesse Flamencosohle aufs Parkett. Mit »One by One« aus dem »König der Löwen« verabschiedete man sich vom Publikum. Besonders Patrick Dörhöfer sorgte mit einem ergreifenden Sologesang für Gänsehaut unter den Besuchern, die sich für einen Moment in der Savanne wiederfanden.

»Schall und Rauch« ließ sich komödiantisch von »Hausmeister Thomas Mück« ankündigen und präsentierte sich auch während des Barbershop-Gesangs mit viel Witz. Das Kulturzentrum verwandelte sich in einen fröhlichen Friseurladen mit vielen Harmonien. Man sang von Einsamkeit und Schatten, um kurze Zeit später fröhlich singende Vögel, Glockengeläut und Sonnenschein zu thematisieren. Fat Dominos »Walking« setzen die Licher Barbiere ein rhythmisch-harmonisches Rasierschaumhäubchen auf. Als man zum sehnsüchtigen Titel »Schön war die Zeit« reichlich Faxen machte, war die Ironie perfekt, und man fand kein Ende, selbst als Dirigent Thomas Schäfer die Bühne längst verlassen hatte.

Platz machten die Haarschneider gerne für den befreundeten Chor »Boice« aus dem westschwedischen Vänersborg, der künftigen Partnerstadt von Lich. Bereits in den Jahren 2007 und 2008 waren die Gäste aus Skandinavien in Lich aufgetreten. Die elfköpfige Formation unter der Leitung von Dan Rosengren präsentierte sich perfekt. Mit einer musikalischen Weltreise, beginnend im Liverpool der 60-er Jahre und dem Beatles-Titel »Norwegian Woods« machte sich Faszination im Saal breit. Eine breite Palette, vom »Bee Gees«-Erfolg »How deep is your love« über verschiedene Gospels bis hin zu ABBAs »Take a chance on me« hatte die Boygroup im Repertoire. Nach einem kurzen Einblick ins traditionelle Schwedische mal schwungvoller und mal melancholischer Art wollte man sich mit einem weiteren Fab-Four-Titel »Drive my Car« verabschieden. Doch mit weniger als zwei Zugaben gab sich das Publikum nicht zufrieden.

Weitere Berichte zu den Kulturtagen: Seite 20

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