Lich (mlu). Allerlei Festivitäten haben in Ober-Bessingen im Rahmen des 750-jährigen Jubiläums des Ortes schon stattgefunden. Doch der Stehende Festzug am gestrigen Sonntag war gewissermaßen der Höhepunkt aller Feierlichkeiten, denn da war das ganze Dorf buchstäblich auf den Beinen.
Auf der Hauptbühne am Eichbaum führte eine Hochzeitsgesellschaft im historischen Gewand alte Volkstänze auf - ein Höhepunkt der Darbietungen. (Foto: mlu)
Volksfeststimmung herrschte auf der Ortsstraße und um die Pforte und auf dem Berg und das durchwachsene Wetter tat ihr keinen Abbruch. Über 40 Vereine, Institutionen und sonstige Schausteller beteiligten sich mit ihren Ständen an dem Spektakel.
Es spielte sich entlang der Straßenzüge, auf zwei Bühnen und in vielen Höfen ab. Dort begegnete man dem Drehorgelspieler Bernhard Momberger und den Bänkelsängern Thorsten Müller und Jens Kühn. Im Vordergrund standen allenthalben historische Bräuche von Handwerk und Landwirtschaft. Korbflechter, Seiler, Drechsler und Schmiede, Schlachter, Imker, Schleifer und Spinnerinnen demonstrierten da ihre Kunst; auf traditionelle Weise wurde das Korn gedroschen, das Holz zerlegt, die Kartoffel gedämpft.
Trachten waren zu sehen, ja eine ganze Hochzeitsgesellschaft führte auf der Hauptbühne am Eichbaum im historischen Gewand alte Volkstänze auf. Neben der Kirche sangen die Gäste vom Chor »Putinas« aus Litauen zu den Klängen von Jonas´ Quetschkommode - eine langjährige Freundschaft mit der »Eintracht« verbindet sie mit dem oberhessischen Ort an der Wetter. In der Kirche lockten gemalte Ansichten des Dorfes, im Feuerwehrhaus dokumentierte eine Fotoausstellung von Ernst Fritz dessen Gepräge und Wandel im Laufe der Zeit. Kinder amüsierten sich beim Ponyreiten oder während einer Ziegenkutschfahrt, in einer Hüpfburg oder im Bastelzelt, sofern sie nicht unterwegs waren, um die Aufgaben zu lösen, die ihnen eine »Dorf-Rally« aufgab - denn da konnte man nicht nur etwas Interessantes in Erfahrung bringen, sondern auch tolle Preise gewinnen.
So vieles gab es am Sonntag zu sehen, zu hören, zu schmecken und zu erleben. Die intakte Dorfgemeinschaft fand an diesem Sonntag einen lebendigen Ausdruck, wie man feststellen konnte.