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Mit »Sommerregen« zu Gast an der alten Schule

Artikel vom 13.02.2009 - 16.13 Uhr

Mit »Sommerregen« zu Gast an der alten Schule

Lich (pea). Auf ihrer Lesetour machten Preisträger des OVAG-Jugend-Literaturpreises 2008 auch Halt in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich. Begleitet wurden sie von Andreas Matlé und Silke Rodemark, den Mitarbeitern der OVAG, die den Jugend-Literaturpreis im Jahre 2004 ins Leben gerufen hatten.
Werbung für den Jugend-Literaturpreis der OVAG machten (von links) Daniel Schneider, Silke Rodemark, Iris Hub-Schepp, Andreas Ma
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Werbung für den Jugend-Literaturpreis der OVAG machten (von links) Daniel Schneider, Silke Rodemark, Iris Hub-Schepp, Andreas Matlé, Rita Tiemann und (sitzend) Sarah Schulze. (Foto: pea)
Bei ihrer Begrüßung freute sich Schulleiterin Ingrid Hubing besonders darüber, dass sich mit Sarah Schulze eine ehemalige DBS-Schülerin unter den Preisträgerinnen befindet. Was sich hinter dem Wettbewerb verbirgt und wie die fünfte Auflage im letzten Jahr abgelaufen ist, schilderte Andreas Matlé, der bei der OVAG die Öffentlichkeitsarbeit leitet. Im letzten Jahr habe es mit 250 Einsendungen einen neuen Rekord gegeben. Die 18 Preisträger erhielten Geldpreisen und konnten außerdem an einen viertägigen Literaturworkshop in Bad Kissingen teilnehmen. Dort lektorierte der schreibende Nachwuchs im November nicht nur mit vier Schriftstellern und Journalisten seine Texte, sondern sprach sie unter professioneller Anleitung zudem als Hörbuch ein. »Das war ja eigentlich eine ungesunde Sache. Man ist eingesperrt, trinkt viel Kaffee und bewegt sich wenig«, meinte der Heuchelheimer Daniel Schneider schmunzelnd. Rita Tiemann aus Wölfersheim-Södel schilderte ihre Eindrücke vom Workshop noch etwas genauer: »Am ersten Tag wurde so gut wie nur gelesen, unterbrochen von Essenpausen, am Abend ist man total müde. Am zweiten Tag wird der Text Satz für Satz durchleuchtet und überarbeitet, danach eingetippt. Am dritten Tag hat jeder seine Geschichte in einem mobilen Studio eines Radiosenders eingelesen, dabei haben wir von den Profis gelernt, wie man rhetorisch vorgeht, beim Sprechen richtig atmet und die Betonung beachtet. Das sind großartige Erfahrungen gewesen, die Mühe war es wert.«

Die 17-jährige Sarah Schulze verdankt ihre Inspiration zu ihrem preisgekrönten Text »Sommerregen« einem verregneten Sommer. Ihre Geschichte, die aus ihrer Laune heraus entstanden und frei erfunden sei, führte sie in einem Dialog vor, teils ironisch, teils mit hysterischem Tonfall; es ist eine Anklage gegen einen Ehemann, der in zwölfjähriger Ehe notorisch fremd geht. Was die Ehefrau besonders auf die Palme bringt: ihre Vorwürfe werden von ihrem Mann entweder bagatellisiert oder ignoriert.

Um einen abgehobenen Pseudo-Intellektuellen und einen haltlosen Aufschneider geht es im Beitrag »Kiba-Nacht« von Daniel Schneider, wo der Erzähler und die Hauptfigur »Schiller« in einer unverbindlichen Welt voller Schein und doppeltem Boden agieren. Ebenfalls eine Kostprobe ihres schriftstellerischen Könnens gab Rita Tiemann in ihrem melancholisch anmutenden Vortrag; in »Enzian und Espenzweig« geht es um eine zunächst unerfüllte und verbotene Liebe zwischen der jungen Manon und der Mittvierzigerin Cecile, die ihre Gefühle und Neigungen mit Blumen ausdrücken. Diese drei Geschichten und alle anderen Werke der jungen Schriftsteller wurden übrigens zusammengefasst und in einem Buch »Gesammelte Werke - Jugend-Literaturpreis 2008« veröffentlicht. Es kann telefonisch bei der OVAG unter 06031 / 82-1113 (zzgl. Versandgebühr) zum Preis von zehn Euro bestellt werden. Der Erlös soll den Autoren zugeführt werden.

Doch nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Auf der kleinen Lesereise durch 18 Schulen möchte Andreas Matlé natürlich gleich Werbung für den Literaturpreis 2009 machen. Die anwesenden Schüler der Klassen G 9a und G 9b zeigten jedenfalls großes Interesse, ließen sich die »Kleine Fibel für werdende Autoren« aushändigen und Klassenlehrerin Iris Hub-Schepp hofft als verantwortliche Projektleiterin der DBS darauf, wieder eine Preisträgerin wie Sarah Schulze aus ihren Reihen hervorzubringen.

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Informationen zur Ausschreibung unter Telefon 06031 / 82-1222 oder www.ovag.de.

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Artikel vom 13.02.2009 - 16.13 Uhr
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