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Licher verlassen den Brauerbund

Artikel vom 11.01.2010 - 23.55 Uhr

Licher verlassen den Brauerbund

Lich (dpa/no). Die Bitburger-Braugruppe mit ihrer hessischen Marke »Licher« tritt aus dem Deutschen Brauerbund aus. Die Mitgliedschaften von fünf zur Gruppe gehörenden Brauereien in den jeweiligen Landesverbänden seien 2009 gekündigt worden, teilte das Unternehmen am Montag in Bitburg in der Eifel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
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Licher Brauerei
»Licher«-Pressesprecherin Sibylle Trautmann bestätigte den Sachverhalt. Der Brauerbund Hessen-Mittelrhein hat damit - nach Branchenprimus Radeberger aus Frankfurt (Dr. August Oetker KG / u. a. »Binding« und »Jever«) - nun auch die zweitgrößte Brauerei in Hessen verloren, die zudem seit 1988 zwischen Kassel und Bergstraße Marktführer ist.

Grund für die Austritte seien unterschiedliche Auffassungen im Bezug auf die Verbandsstruktur sowie die inhaltliche Ausrichtung, erklärte Bitburger. Nur die Wernesgrüner Brauerei bleibe aufgrund der Vertragsbindung noch bis Ende 2010 im Sächsischen Brauerbund. Zur Gruppe gehören neben »Licher« und der Hauptmarke »Bitburger« auch »König Pilsener«, »Köstritzer« und »Wernesgrüner«.

Die Bitburger schlossen eine Rückkehr in den Branchenverband jedoch nicht aus. »Wir bleiben offen für einen Dialog«, sagten die Unternehmenssprecherinnen Kerstin Flötner und Sibylle Trautmann. Es ginge nicht darum, Mitgliedsbeiträge einzusparen. »Es wurden bestimmte Wünsche unsererseits, die seit Jahren auf dem Tisch liegen, nicht umgesetzt.« Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben »in zahlreichen Gesprächen eine Neustrukturierung von Zentralverband und Landesverbänden eingefordert«. Damit hätte ermöglicht werden sollen, dass Brauereien unterschiedlicher Größen und Braugruppen gemeinsame Ziele verfolgten.

Beim Brauerbund in Berlin ist man sich der Problematik bewusst. »Die Branche ist stark diversifiziert«, sagte Sprecher Marc-Oliver Huhnholz. Es sei »mitunter sehr schwierig«, die unterschiedlichen Auffassungen über die Interessenvertretung zu vereinen. Aber es gebe Diskussionen im Verband über solche strukturelle Fragen. Zu den Inhalten wollte er sich nicht näher äußern. »Wir sind guter Hoffnung, dass wir wieder ein gemeinsames Verständnis finden«, sagte Huhnholz. Zum Ende des Jahres sollten die Bitburger-Gruppe und andere Branchengrößen in den Bund zurückkehren.

Ende 2007 war bereits der größte deutsche Bierhersteller - die Radeberger-Gruppe, 15 Prozent Marktanteil (eigene Angaben) - aus dem Branchenverband ausgetreten. Auch dieses Unternehmen hatte den Schritt mit strukturellen Defiziten der Organisation begründet. Die relativ starke Stellung der Landesverbände werde den Interessen der national aufgestellten Brauer nicht gerecht. Neben Radeberger sind auch die umsatzstarken Hersteller Krombacher und Oettinger nicht Mitglied im Brauerbund. Die Mitglieder des Verbandes hatten nach Brauerbund-Angaben bis zum Austritt der Bitburger-Gruppe einen Anteil von rund 70 Prozent an der deutschen Bierproduktion.

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