Lich (us). Der Weg ist frei für die Eröffnung des Kulturhistorischen Rundwanderweges in Muschenheim. Mit dem Bau eines Stegs über den Welsbach wurde die letzte Lücke geschlossen.
Ein kleiner Steg, aber ein großer Schritt zur Vollendung des Kulturhistorischen Rundwanderwegs in Muschenheim: Initiatoren und Helfer freuen sich, dass mit der Querung des Welsbachs das letzte Verbindungsstück geschaffen wurde. (Foto: us)
Das Megalithgrab »Heiliger Stein«, Hügelgräber im Vorderwald, die Überreste des Limes, der Kastellplatz Alteburg mit Thermen, Lagerdorf und kleinem Amphitheater, die mittelalterliche Burgwüstung am Hainfeld bei Kloster Arnsburg und der neue Limes-Aussichtsturm bei Birklar: Die Landschaft rund um Muschenheim birgt ein reiches kulturhistorisches Erbe. Diese Schätze aus fünf Jahrtausenden wollen die Einheimischen mit vielen Besuchern teilen: Am 18. August wird der Kulturhistorische Rundwanderweg eröffnet, der die Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Ein kleines, aber wichtiges Stück des Weges wurde bereits seiner Bestimmung übergeben: der Steg über den Welsbach, für dessen Realisierung zahlreiche Beteiligte an einem Strang gezogen haben.
Wer von Kloster Arnsburg zum Römerkastell Alteburg wandern will, muss die L 3131 überqueren. Um den Feldweg zum Kastellplatz zu erreichen, mussten sich Fußgänger bislang auf einer Länge von etwa 150 Me-
tern am Rande der vielbefahrenen Landstraße entlang quetschen. Viel zu gefährlich, um hier für »sanften Tourismus« die Werbetrommel zu rühren. Vor der offiziellen Freigabe des Rundwanderweges musste also diese Gefahrenquelle beseitigt werden. Der neue Steg über den Welsbach macht es nun möglich, die Straße auf kürzestem Wege zu queren. Erster Stadtrat Bernd Fischer und Ortsvorsteher Dr. Detlef Kuhn zeigten sich bei der Freigabe erfreut, dass dieses rund 10 000 Euro teure Projekt dank vieler Helfer auch in Zeiten leerer Kassen umgesetzt werden konnte. Die Planvariante hatten Stadtrat Dieter Hartmann Harbusch und Burkhard Becker gemeinsam mit dem Ortsvorsteher ausgearbeitet. Der Magistrat beauftragte die Initiatoren dann auch mit der Realisierung des Projekts. Nachdem Ferdinand Graf Oppersdorf als Eigentümer des Geländes, Clemens Lischka (Hof Güll) als Pächter sowie die Untere Wasserbehörde, das Amt für Bodenmanagement, die Naturschutzbehörde und die Straßenbauverwaltung ihre Zustimmung erteilt hatten, konnten die Ärmel hochgekrempelt werden. Mehrere hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit hat eine kleine Helfer-Crew aus Muschenheim investiert, um das Gelände frei zu schneiden und den Rundwanderweg auszuschildern. Die etwa 10 000 Euro, die letztlich noch nötig waren, kamen von der Stadt Lich, aus Mitteln der Flurbereinigung sowie vom Gemeinde-Förderverein Muschenheim. Um eine Deckungslücke im Budget zu schließen, verzichtete das Ingenieurbüro L. Fischer auf das Honorar für die statische Berechnung. Und auch die Holzbrücke ist »made in Muschenheim«. Sie wurde von der Firma Eugen Leschhorn gezimmert.
Der Einweihung des Kulturhistorischen Rundweges steht nun nichts mehr im Wege. Für die Eröffnungsfeier haben die Organisatoren ein umfangreiches Programm ausgearbeitet. Allzu viel wollte der für Fremdenverkehr zuständige Stadtrat Franz Gerd Richarz noch nicht verraten. Nur soviel: Wer gerne wandert, radelt oder Kutschfahrten liebt, wer römisches Lagerleben und hessische Landwirtschaft kennenlernen möchte, wer gerne tafelt wie die Römer, die Kelten oder die Mönche, der sollte sich den 18. August im Terminkalender unbedingt frei halten.