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23.06.2010 - 02.00 Uhr
»Kulturelle Bildung unverzichtbares Lebensmittel«
Lich (rüg). »Kultur ist ein unverzichtbares Lebensmittel!« Darüber waren sich die Vertreter hessischer Volkshochschulen einig, die sich am Montag und Dienstag in Lich zur Programmbereichskonferenz »Kulturelle Bildung« des Hessischen Volkshochschulverbandes getroffen hatten.
Der zweite Verbandsvorsitzende Bernhard Wolf und die Leiterin der Kreis-Volkshochschule Gießen, Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, zogen in der »Alten Klostermühle« in Arnsburg Bilanz der zweitägigen Tagung. Thema war zudem die intensive Vernetzung kultureller Einrichtungen in Lich, wie sie bei einem Gespräch mit Peter Damm von der Kulturwerkstatt im Kino »Traumstern« verdeutlicht wurde. Als Gäste unterstrichen Landrätin Anita Schneider und Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (ehem. KVHS-Mitarbeiterin) die Bedeutung der kulturellen Bildung.
Diese schaffe Werte, mache ein Leben erst lebenswert, meinte Schneider. Kulturelle Bildung sei nicht nur »Lernen«, sondern »Zugang zur kulturellen Teilhabe. Sie vermittle Weltoffenheit, Toleranz und Kritikfähigkeit. Dabei falle den Volkshochschulen eine wichtige Aufgabe zu. Die Erwachsenenbildung dürfe nicht allein unter dem »Spardiktat« diskutiert werden.
Auch Grabe-Bolz stellte heraus, Kultur und Bildung dürften nicht dem Sparzwang unterstellt werden. Dennoch müsse sie als städtische Kämmererin auch sagen: »Alles muss auf den Prüfstand!« Eine Lösung bei diesem Spagat sei »keine Unmöglichkeit, aber eine echte Herausforderung«. Kulturförderung sei kein Luxus, sondern Daseinsfürsorge und eine Investition in den Zusammenhalt der Gesellschaft. Und damit auch wichtig für den Wirtschaftsstandort.
Dem schloss sich Wolf an. Jährlich würden rund 100 000 Menschen an Veranstaltungen der kulturellen Bildung an Volkshochschulen teilnehmen. Sie sei damit »tragend und prägend für die Volkshochschulen«. Auch eine optimale Vernetzung der kulturellen Einrichtungen und Träger sei nur mit den Volkshochschulen möglich. Diese wichtigen Aufgaben zu erfüllen, sei jedoch abhängig von der finanziellen Ausstattung. »Man muss immer gegen die Vorurteile ankämpfen, ob kulturelle Bildung auch nützlich ist«, so Wolf. Nützlichkeit ergebe sich jedoch schon durch die Tatsache, dass die Gesellschaft nur dann gut funktioniere, wenn sie sich weiter entwickle. »Kunst bietet auch die Möglichkeit, gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.« Sie helfe, das Zusammenleben verschiedener Kulturen zu ermöglichen. In diesem Bereich leisteten im übrigen auch viele Sportvereine einen wichtigen integrativen Beitrag.
»Studium generale« gewinnt an Bedeutung
Darüber hinaus sei die kulturelle Bildung gesetzlich als Pflichtaufgabe verankert, gehöre zu den »europäischen Schlüsselkompetenzen«. Neben der »äußeren Vernetzung« müsse man die innere beachten: Kulturelle und politische Bildung hätten zusammenzuarbeiten, hier ergäben sich Verbindungen und Abhängigkeiten, wie etwa die Finanzierungsfragen verdeutlichten.
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